Direktbanken streben immer häufiger die Rolle von Hausbanken an, zeigt eine aktuelle Studie der Managementberatung Investors Marketing (IM). "In den kommenden Jahren wollen Direktbanken verstärkt Hausbankkunden gewinnen", sagt IM-Chef Oliver Mihm. Bereits im vergangenen Jahr ist die Kundenreichweite von Direktbanken in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 800.000 auf rund 19 Millionen gestiegen. "Diese Zahl dürfte bis 2020 auf 22 Millionen wachsen", so Mihm. Das entspricht einem Wachstum von fünf Prozent pro Jahr.

Vor allem ING-Diba, Comdirect und DKB konnten zuletzt viele Neukunden gewinnen. Marktführer bleibt ING-Diba mit rund 8,5 Millionen Kunden, gefolgt von DKB mit rund 3,7 Millionen und Comdirect mit knapp 2,3 Millionen Kunden. Auch Anbieter wie Fidor und N26 konnten ihre Kundenzahl steigern. Signifikante Marktanteile haben Direktbanken mittlerweile vor allem im Einlagen- und Wertpapiergeschäft. Mihm sieht weiteres Wachstumspotenzial insbesondere bei jungen Kunden von 18 bis 29 Jahren.

Kunden finden Direktbanken gut und günstig
Zwei Faktoren begünstigen das Wachstum: Erstens bieten die meisten Direktbanken Konto und Karte zumindest in der Basisversion gebührenfrei an. So können sie von den Preiserhöhungen bei vielen Filialbanken profitieren.

Zudem schneiden sie bei der Kundenorientierung gut ab. Direktbank-Kunden halten ihr Institut laut Umfrage für besonders innovativ, komfortabel und fair. Auch im Hinblick auf Kompetenz und Service stehen Direktbanken traditionellen Geldhäusern in nichts nach. (fp)