In den vergangen Tagen ist ein Streit zwischen dem ehemaligen Wienwert-Gründer und Aktionär Nikos Bakirzoglu beziehungsweise Wolfgang Sedelmayer und der WW Holding AG zu Tag getreten. Es geht dabei um einige Millionen Euro. 

Zwei Millionen Euro Schulden?
Laut einem Breicht des Nachrichtenmagazins "profil" sollen die Gründer der Immobiliengruppe Wienwert erhebliche Schulden bei der zahlungsunfähigen Muttergesellschaft WW Holding haben. Das geht aus einem "profil" vorliegenden, vertraulichen Aufsichtsratsprotokoll vom 4. Jänner 2018 hervor: "Sedelmayer und Bakirzoglu bzw. deren verbundene Unternehmen schulden der Gesellschaft einen Betrag iHv rund EUR 2 Millionen (…). Bakirzoglu schuldet zusätzlich einen Betrag iHv rund EUR 500.000 für einen privaten Hausbau (…). Sedelmayer schuldet zusätzlich einen Betrag iHv rund EUR 100.000 für einen privaten Apartmentausbau (…)“. 

Bis zum heutigen Tage habe Wienwert-Vorstand Stefan Gruze laut "profil“ seitens der Aktionäre "weder eine Zahlung noch eine Stellungnahme zu den offenen und fälligen Zahlungen erhalten“. Die Nichtzahlung wiege umso schwerer, da die beiden "seit dem 01.04.2016 bis dato noch rund EUR 1,5 Millionen an (gerechtfertigten) Zahlungen aus dem Konzernverbund erhalten haben (…) und somit vorsätzlich und wissentlich die Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft herbeiführen".

Gegenforderungen in Höhe von 4,5 Millionen Euro
Stefan Prochaska, Anwalt von Bakirzoglu und Sedelmayer, widerspricht auf "profil"-Anfrage: "Bereits im vergangenen Dezember haben meine Mandanten Herrn Gruze mündlich mitgeteilt, dass zu diesen Forderungen Gegenforderungen bestehen, die das Volumen ersterer deutlich übersteigen." Am 23. Jänner schrieb der Jurist an die WW Holding: "Nach Überprüfung (…) wurde festgestellt, dass gegenüber der WW Holding AG und der Wienwert AG Gegenforderungen im Ausmaß von rund EUR 3.992.796,02 bestehen. Darüber hinaus bestehen weitere Forderungen aus kurzfristigen Finanzvorlagen in Höhe von rund EUR 499.123,58."

Inzwischen reagierte auch der Wienwert-Vorstand auf die Forderungen der Wienwert-Gründer und erklärt in einer Aussendung: "Der Vorstand der Gesellschaft hält diese Gegenforderungen für nicht nachvollziehbar und bestreitet diese vollinhaltlich. Der Vorstand der Gesellschaft hält dezidiert fest, dass er erst am 23.01.2018 überraschend und zum ersten Mal von diesen Gegenforderungen erfahren hat."

Hoffnung auf Rettung?
Indes könnte die strauchelnde WW Holding doch noch gerettet werden: "Ein deutscher Investor ist bereit, die Sanierung zu finanzieren", erklärt Prochaska. Dieser würde der Gesellschaft zunächst acht Millionen Euro zur Verfügung stellen. Somit wären die nächsten fälligen Anleihen bedienbar. Die Tochtergesellschaft Wienwert AG soll eine Finanzspritze von fünf Millionen Euro erhalten. "Eine entsprechende Finanzierungsbestätigung liegt vor", so Prochaska gegenüber dem Nachrichtenmagazin.

Bei Wienwert zeigt man sich angesichts dieser Nachricht überrascht und erklärt, dass noch keine Informationen und kein verbindliches Kaufanbot inklusive Finanzierungsbestätigung vorliegen. Der Wienwert-Vorstand geht daher davon aus, dass wie geplant ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Insolvenzgericht, dem Handelsgericht Wien, eingebracht wird. (gp)