Nach den äußerst mühsamen Kollektivvertragsverhandlungen im Vorjahr haben heuer die Gespräche zwischen Banken und Arbeitnehmern nicht in der besten Stimmung begonnen. Erneut spießt es sich ordentlich. Zwei Verhandlungsrunden – am 7. Und am 11. März – endeten ergebnislos. Als Reaktion darauf haben die über 200 Betriebsräte des Bankensektors am Dienstag einstimmig Aktionen beschlossen, um einen "akzeptablen Gehaltsabschluss" durchzusetzen.

Es seien "gewerkschaftliche Maßnahmen auf betrieblicher Ebene" vereinbart worden, teilt die Gewerkschaft GPA-djp mit. Konkret finden zwischen 14. und 19. März in ganz Österreich Betriebsversammlungen mit entsprechenden Beschlussfassungen statt. Zudem sind Aktionen im öffentlichen Raum geplant. "Sollte es beim nächsten Verhandlungstermin am 26.März wieder zu keinem akzeptablen Ergebnis kommen, werden weitere Maßnahmen bis hin zum Streik vorbereitet", heißt es in dem Beschluss.

Uneinig auf allen Ebenen
Die KV-Verhandlungen sind ausschlaggebend für etwa 73.000 Angestellt der österreichischen Kreditwirtschaft. "Weder in Bezug auf den Prozentsatz noch beim Rahmenrecht gab es Angebote der Arbeitgeber, die unseren Erwartungen gerecht werden", klagte Verhandlungsleiter der GPA-djp Wolfgang Pischinger Ende der Vorwoche.

"Die Wirtschaftszahlen der Banken sind derzeit hervorragend und es gibt keinen Grund, dass sich die Angestellten der Kreditwirtschaft mit einer geringeren Gehaltserhöhung zufriedengeben sollen als andere Branchen in den letzten Monaten. Der offiziell bestätigte Jahresgewinn der Branche beträgt 5,7 Milliarden und ist ein historischer Rekordgewinn und es versteht niemand, warum die Beschäftigten davon nicht profitieren sollen", so Pischinger. Er argumentiert auch, dass die Beschäftigtenzahlen laufend sinken – im Vergleich zu 2008 um 8,3 Prozent. Dadurch steige der Arbeitsdruck auf die verbleibenden Mitarbeiter. 

Neben einer Gehaltserhöhung fordert die GPA-djp auch rahmenrechtliche Verbesserungen, wie die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche, das Wahlrecht zwischen Geld und Zeit für alle Mehr- und Überstunden sowie 150 Prozent Zuschläge für die 11. und 12. Arbeitsstunde. (eml)