S&P erobert Spitzenplatz unter den Indexanbietern zurück
Der Siegeszug passiver Investments befeuert die Einnahmen der Indexanbieter. Die Branche erklimmt ein weiteres Rekordhoch beim Umsatz, zeigt eine Auswertung. Zugleich bleibt der Markt fest in der Hand von lediglich drei Anbietern.
Die Berechnung von Messlatten wie Dax, Euro Stoxx und Co. ist zu einem milliardenschweren Betrieb herangewachsen. So erzielten allein die Indexanbieter 2024 einen Umsatz in Höhe von 6,4 Milliarden US-Dollar. Das sind 12,8 Prozent mehr als im Vorjahr – und nahezu doppelt so viel wie im Jahr 2018, als das Geschäft 3,4 Milliarden Dollar schwer war. Diese Angaben ermittelte das Analysehaus Burton Taylor in seiner jährlichen Auswertung "Index Industry Benchmark Report".
Am Umsatz gemessen dominiert ein angelsächsisches Trio das Segment, bestehend aus S&P Global, MSCI und FTSE Russell, der Indexsparte der London Stock Exchange Group (LSEG). S&P Global und MSCI liegen mit rund 25 Prozent Umsatzanteil fast gleichauf – mit einem Hauch Vorsprung für S&P. In der Vorjahresauswertung hatte MSCI noch den Spitzenplatz ergattert. Mit Abstand folgt LSEG mit 18 Prozent Marktanteil. Damit dominiert das Top-Trio wie in den Vorjahren mit fast 70 Prozent Umsatzanteil das Geschehen.
Rollenwandel
Der Aufstieg der Indexbranche entspringt einem grundlegenden Wandel der Rolle von Börsenbarometern. Statt lediglich die Entwicklung eines Marktes anzuzeigen, nehmen die Messlatten, etwa im Mantel eines börsengehandelten Indexfonds (ETFs), zunehmend die Rolle eines Investmentvehikels ein. Dabei verdienen die Barometerbauer über Lizenzgebühren mit. In der Folge wächst die Bedeutung der Indexanbieter.
Etwas Bewegung kam in die Branche mit der Ankündigung, dass die Fondsratinggesellschaft Morningstar das Center for Research in Security Prices (CRSP) übernehmen möchte. Mit dem Vollzug des Deals rückt die Fondsratinggesellschaft in Amerika in die Top-Liga der Indexanbieter für börsengehandelte Fonds (ETFs) auf. Denn CRSP, der Indexanbieter der Universität Chicago, liefert die Barometer für zahlreiche Indexfonds des Asset-Management-Riesen Vanguard. Im europäischen ETF-Markt spielt CRSP hingegen keine Rolle. (ert)
Der Boom bei Börsenbarometern vollzieht sich im Windschatten des Wachstums eines weiteren Geschäftsfelds: das mit Finanzmarktdaten. Mehr dazu lesen Sie in Ausgabe 3/2025 von FONDS professionell. Angemeldete Nutzer finden den Artikel auch hier im E-Magazin.














