Die Bundesregierung denkt offenbar immer intensiver darüber nach, eine Fusion der Commerzbank mit der Deutschen Bank zu erleichtern. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf Insider. Demnach haben Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in den vergangenen Monaten über konkrete Möglichkeiten gesprochen, wie der Bund bei einem Zusammenschluss der beiden größten Geschäftsbanken Deutschlands helfen könnte.

Eine "Deutsche Commerzbank" wäre allerdings nicht automatisch eines der Top-Institute in Europa – zumindest nicht auf dem Parkett. Addiert man die in den vergangenen Monaten arg geschrumpften Börsenwerte von Deutscher Bank und Commerzbank, wäre ein fusioniertes Institut mit einer Marktkapitalisierung von gerade mal 23,6 Milliarden Euro weit entfernt von den Top Ten, meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Zum Vergleich: Europaweit befände sich die neu entstandene Bank ungefähr auf Platz 18 und damit in derselben Liga wie Société Générale und Unicredit – von globalen Platzhirschen wie dem amerikanischen Powerhouse JP Morgan (Börsenwert rund 300 Milliarden Euro) ganz zu schweigen.

Aktienkurs findet keinen Boden
Hauptgrund für die durchwachsene Prognose für eine rasche Zusammenlegung sind die anhaltenden Probleme bei der Deutschen Bank. Der Aktienkurs des Geldhauses fällt und fällt. Allein am Montag stürzte er nach dem Verschieben der Brexit-Entscheidung noch einmal um fünf Prozent. Damit ist die Deutsche Bank nur noch mit knapp 15 Milliarden Euro bewertet. Seit Jahresbeginn hat sie mehr als die Hälfte ihres Börsenwerts verloren und ist damit der große Verlierer 2018 im Dax. Die Commerzbank musste den deutschen Prestigeindex wegen des massiven Kursverfalls bereits im Herbst verlassen. (fp)