Bert Flossbach führt die hohen Nettomittelabflüsse aus seiner Multiple-Opportunities-Strategie im Wesentlichen auf zwei Punkte zurück. "Zum einen haben sich die Vertriebsstrukturen globaler Finanzinstitute deutlich verändert. Während in der Vergangenheit offene Plattformen stärker im Vordergrund standen, werden heute vermehrt eigene Produkte bevorzugt", sagte der Mitgründer von Flossbach von Storch im Interview mit Morningstar.

"Zum anderen ist unsere Performance derzeit nicht so, dass an uns kein Weg vorbeiführt – insbesondere im Vergleich zu den relevanten Benchmarks", räumt der Portfoliomanager ein. Das hänge auch mit der Investmentphilosophie des Vermögensverwalters zusammen: "Wir investieren bewusst weniger stark in Unternehmen, die von schwer kalkulierbaren externen Faktoren geprägt sind", betont Flossbach.

"Wir mögen eher langweilige Geschäftsmodelle"
Der Fondsmanager verweist darauf, dass der Weltaktienindex MSCI World seit längerem von der KI-Rally und teils sehr volatilen Chipaktien getrieben werde. "Mit unserem ausgewogeneren Technologieanteil bleiben wir in diesem Umfeld zurück", so Flossbach. "Hinzu kommt, dass eher langweilige Geschäftsmodelle, die wir sehr mögen, derzeit von der Mehrheit der Investoren gemieden werden."

Der Firmengründer hält im Morningstar-Interview jedoch fest, dass sich das "Chance-Risiko-Profil des Fonds aus unserer Sicht nach vorne verbessert hat – insbesondere mit Blick auf Bewertung und Qualität der zugrunde liegenden Investments".

Lange Zeit vorne dabei – inzwischen aber abgerutscht
Der Kölner Vermögensverwalter hatte mit seiner Multiple-Opportunities-Strategie eine branchenweit wohl einmalige Erfolgsgeschichte geschrieben. Der im Herbst 2007 aufgelegte Mischfonds FvS – SICAV Multiple Opportunities, der vor allem in Deutschland vertrieben wird, und das 2013 lancierte, international vermarktete Pendant FvS – Multiple Opportunities II ließen bis 2024 in fast allen Kalenderjahren das Gros ihrer Wettbewerber hinter sich.

Im vergangenen Jahr hinkte Flossbach der Konkurrenz jedoch deutlich hinterher. Seit Jahresbeginn zählen seine Fonds mit Blick auf die Performance sogar zu den schlechtesten ihrer Morningstar-Vergleichsgruppe global investierender flexibler Mischfonds.

Volumen der Strategie um gut zehn Milliarden Euro gesunken
Das lange Zeit enorm hohe Mittelaufkommen drehte bereits früher ins Negative. Bis Ende 2022 hatten die beiden Multiple-Opportunities-Fonds in jedem einzelnen Quartal Zuflüsse verbuchen können – teils in Milliardenhöhe. Im ersten Quartal 2023 zogen Anleger dann erstmals Geld aus der Strategie ab. Die Mittelabflüsse halten seither an.

Das zeigt auch deutliche Spuren beim Blick auf das verwaltete Vermögen: Das Volumen der beiden Fonds, das sich zu Hochzeiten in Summe auf rund 40 Milliarden Euro belief, ist mittlerweile unter 30 Milliarden Euro gesunken. (bm)