Am 23. März traf sich die Allianz der Schweizer Vermögensverwalter (ASV) mit einjähriger Corona-Verspätung anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens im Zürcher Nobelhotel Park Hyatt. Als die Moderatorin des Abends die Anwesenden fragte, wer bereits eine Lizenz der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) besitze oder zumindest beantragt habe, zeigte nicht einmal ein Viertel der Teilnehmer auf. Diese offensichtliche Lethargie der eidgenössischen Investmentprofis gibt derzeit Rätsel auf, berichtet das Finanzportal "finews.ch". Denn bis Ende 2022 müssen alle unabhängigen Vermögensverwalter eine Finma-Bewilligung besitzen, um ihre Geschäftstätigkeit im kommenden fortzusetzen.

Wie aus neusten Zahlen der Finanzmarktaufsicht hervorgeht, sind aktuell lediglich zehn bis 20 Prozent der insgesamt knapp 2.200 External Asset Managers (EAM) in der Schweiz im Besitz einer solchen Erlaubnis oder auf dem Weg dahin. Zudem wird die Zeit langsam knapp. Denn bis zum Erhalt der Bewilliung dauert es in der Regel 120 bis 180 Tage.

Altersgrenze und Kostenfaktor
Für die scheinbare Gleichgültigkeit der Vermögensverwalter gibt es verschiedene Gründe, heißt es in dem "Finews"-Bericht. Eine wesentliche Ursache ist das Alter vieler EAM, die vor allem in den "goldenen" 1990-Jahren ihren Aufschwung erlebten. Mittlerweile gehen diese Protagonisten auf die 60 zu oder sind es bereits – und sind unschlüssig, ob sie überhaupt weitermachen wollen.

Ein weiterer Grund ist der Kostenfaktor. Viele EAM seien im Unklaren darüber, wie teuer sie eine Finma-Lizenz zu stehen kommt – die Zahlen reichen von 15.000 bis 100.000 Schweizer Franken. Und schließlich dürfte der Grund für die Zurückhaltung vieler Vermögensverwalter auch darin liegen, dass einige Unternehmen eine unternehmerische Veränderung vollziehen oder gerade vollzogen haben – und somit organisatorisch bisher nicht in der Lage waren, den Antrag für eine Lizenz zu stellen. (mb)