Die UBS hat in ihrem seit Jahren andauernden Streit über die Pläne der Schweiz für zusätzliche Kapitalanforderungen in Milliardenhöhe einen vorläufigen Erfolg erzielt. Die zuständige Ständeratskommission schlägt vor, dass die Großbank ihre ausländischen Beteiligungen zu 50 Prozent mit neu ausgestalteten AT1-Instrumenten unterlegen darf. Die übrigen 50 Prozent müssen mit hartem Kernkapital unterlegt werden.

Seit dem Zusammenbruch der Credit Suisse vor mehr als drei Jahren sucht die Schweizer Regierung nach Wegen, um die einzige verbliebene globale Bank des Landes krisenfest zu machen. Ein zentraler Bestandteil der Reformagenda ist eine Erhöhung der Kapitalanforderungen um rund 20 Milliarden Dollar. Damit soll sichergestellt werden, dass das Auslandsgeschäft der UBS ihre inländische Einheit nicht zu Fall bringen kann.

UBS-Manager haben argumentiert, dass dies die Bank ihre Wettbewerbsfähigkeit kosten würde. Die Bank hat die vorgeschlagene AT1-Lösung stillschweigend als möglichen Kompromiss unterstützt.

Analysten sehen mehr Flexibilität
Die "Kommission hat einen wesentlich weniger strengen Ansatz unterstützt", schrieben die Jefferies-Analysten Joseph Dickerson und Theo Massing. "Das Ergebnis würde UBS mehr Flexibilität dabei ermöglichen, wie sie die Forderung der Schweizer Regierung nach einer Kapitalunterlegung ausländischer Tochtergesellschaften erfüllt."

Die Bank äußerte sich zunächst nicht zu der Entscheidung der Kommission. Die Schweizerische Bankiervereinigung erklärte in einer Stellungnahme, sie begrüße die Reformvorschläge für AT1-Instrumente, lehne jedoch die strengeren Kapitalanforderungen ab.

Gesetzgebungsverfahren bleibt offen
Sollte die Empfehlung der Kommission das Gesetzgebungsverfahren überdauern, das mindestens bis ins kommende Jahr dauern soll, würde sie die Auswirkungen der zusätzlichen Kapitalanforderung abmildern. Fremdkapital ist im Allgemeinen günstiger als reines Eigenkapital.

Die Kommission stimmte mit zehn zu zwei Stimmen bei einer Enthaltung für die Empfehlung einer 50-Prozent-Lösung. (mb/Bloomberg)