Die Negativzinsen machen vor Landesgrenzen nicht Halt und setzen nun auch Schweizer Kreditinstitute zunehmend unter Margendruck. Die Folge: Viele Institute wollen mittlerweile keine reinen Sparkunden mehr haben. In einer aktuellen Umfrage von EY zeigten zwei Drittel der befragten Banken ihrem einstigen Stammklientel die kalte Schulter, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). 

Wer bleibt, dem wird auch in der einst so kundenfreundlichen Schweizer Bankenlandschaft das Sparen zunehmend vermiest: Nur noch 21 Prozent der Geldhäuser schließen aus, die Negativzinsen in Form von Extragebühren oder "Verwahrentgelten" an ihre Kunden weiterzugeben. Im Jahr 2015 waren es noch 70 Prozent. Zudem gab mehr als die Hälfte der Banken an, den Schwellenwert, ab dem für Kundeneinlagen Negativzinsen fällig werden, senken zu wollen.

Quelle: EY

Neue Geldquellen müssen her
In den vergangenen Jahren haben Banken in der Schweiz den Margenschwund aufgefangen, indem sie mehr Kredite vergeben haben. Diese Taktik stößt nun an ihre Grenzen, zeigt das EY-Bankenbarometer. Nicht nur im Kredit-, sondern auch im Anlagegeschäft läuft es bei den Eidgenossen alles andere als rund. Die Banken sind sich der Herausforderungen bewusst: Vier von fünf Instituten gaben an, neue Ertragsquellen erschließen zu wollen. (fp)