Die Negativschlagzeilen rund um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande nehmen kein Ende. Das Unternehmen zählt zu den größten privaten Firmen der Volksrepublik, ist präsent in mehr als 280 Städten des Landes – und mit einem Schuldenberg von umgerechnet rund 270 Milliarden US-Dollar zugleich einer der umfangreichsten Kreditnehmer. Anfang Dezember hat Evergrande bereits versäumt, Zahlungsverpflichtungen für Anleihen in Höhe von 82,5 Million Dollar zu leisten. Nicht einmal einen Monat später gibt es die nächste schlechte Nachricht: Ende 2021 wären erneut Zahlungen fällig gewesen, in Höhe von 255 Millionen US-Dollar. Auch diese hat das Unternehmen nun verpasst, berichtet das Online-Portal der "Tagesschau". 

Seit Montag (3.1.2022) ist der Handel mit den Wertpapieren des Konzerns nicht mehr möglich – zum wiederholten Mal. Denn bereits im Oktober 2021 wurde die Kursfeststellung für die Aktien zeitweise ausgesetzt. Als wäre das nicht genug, erreicht den Konzern gleich die nächste Hiobsbotschaft: Evergrande muss auf Anweisung der chinesischen Regierung ein Neubauprojekt in der Provinz Hainan vollständig abreißen. Dabei handelt es sich um 39 leerstehende Wohnblöcke, berichtet das Nachrichtenportal "NTV". Die offizielle Begründung für den Abriss: Laut der chinesischen Regierung wurde die Baugenehmigung auf illegalen Wegen erschlichen. 

Gefährliche Gratwanderung
Die Regierung in Peking will einen Zusammenbruch des Unternehmens verhindern – die Folgen für die Wirtschaft des Landes, insbesondere den Immobilienmarkt, wären prekär. Dabei hat sich Evergrande das Übel selbst eingebrockt. Gründe für die massiven Schulden sind eine unkontrollierte Expansion des Unternehmens in den vergangenen Jahren sowie massives Missmanagement. (fp)