Nach einem Testlauf im Münchener HVB-Tower weitet die Hypovereinsbank Temperaturmessungen auf auf Filialen und zentrale Bürohäuser der Bank aus. "Dabei kommen Wärmebildkameras oder kontaktlose Stirnthermometer sowohl bei allen Mitarbeitern als auch bei allen Kunden zum Einsatz", sagt Boris Scukanec Hopinski, der in Kürze die Rolle des Chief Operating Officer übernehmen soll, im Bloomberg-Interview. Er verwies darauf, dass erhöhte Temperatur eines der häufigsten Symptome bei Corona-Erkrankungen sei.

Angesichts der Pandemie hatten deutsche Banken in den vergangenen Wochen einen Großteil ihrer Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten lassen. Allein bei der Hypovereinsbank lag der Homeoffice-Anteil in der Spitze bei etwa 70 Prozent. Abhängig von der Infektionsentwicklung will die Bank nun schrittweise Mitarbeiter an ihre regulären Arbeitsplätze zurückholen, vor allem in sensiblen Bereichen wie dem Handel.

Geschlossene Kantinen
In den Büros soll das Weglassen von Schreibtischen dafür sorgen, dass der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten wird. Mitarbeiter dürften sich nur auf der Etage aufhalten, auf der sie Ihren Arbeitsplatz haben. Im HVB-Tower kann die Bank das mit entsprechenden Programmierungen von Direktfahrten bei Fahrstühlen begleiten. "Konferenzräume und Kantinen sind geschlossen. Wir unterstützen unsere Mitarbeiter aber mit Lunchpaketen", so Scukanec Hopinski.

Die HVB hatte Anfang März einen Corona-Fall bei einem ihrer Dienstleister in München gemeldet. Die Person stehe unter medizinischer Aufsicht, hieß es damals. Als Vorsichtsmaßnahme ließ die Bank den betroffenen Arbeitsraum umgehend schließen.

Indes haben auch andere Banken in Deutschland in den vergangenen Wochen deutlich gemacht, dass sie damit beginnen wollen, wieder mehr Mitarbeiter in die Büros zurückzuholen. So erklärte die Helaba, sie plane den "schrittweisen Übergang vom Remote-Betrieb zur Arbeit in der Bank". Die DZ Bank, bei der zuletzt über 90 Prozent der Mitarbeiter von zuhause aus gearbeitet hatten, will "die Remote-Quote im nächsten Schritt vermutlich erstmal auf 70 Prozent langsam herunterfahren". Und auch die Deutsche Bank beschäftigte sich zuletzt nach eigenen Angaben mit der Rückkehr ihrer Mitarbeiter. (mb)