Die Grazer Wechselseitige Versicherung (Grawe) hat in den vergangenen Jahrzehnten durch Zukäufe eine schlagkräftige Bankengruppe aufgebaut. Insgesamt zehn Firmen bündelt die Grawe Bankengruppe mittlerweile unter ihrem Dach. Mit "Schelhammer Capital" soll nun aus der Fusion von Bankhaus Schelhammer & Schattera und der Capital Bank die stärkste Privatbank Österreichs entstehen, zumindest wenn es nach dem langjährigen CEO der Gruppe, ­Christian Jauk, geht. Bereits heute kann die fusionierte Bank anrechenbare Eigenmitteln in Höhe von 300 Millionen Euro, eine Bilanzsumme von rund 2,3 Milliarden Euro und eine verwaltetes Kundenvolumen von rund 23,9 Milliarden Euro ausweisen. Im Interview erklärt der Banker, der nebenbei auch Präsident des Fußballklubs SK Sturm Graz ist, was er sich von der Fusion der beiden Institute ­erhofft, wie er sich die Zukunft der Bankengruppe vorstellt und was er durch das Fußballgeschäft gelernt hat. 

"Eine Akquisition ist immer eine große Herausforderung"
Im Gespräch betont Jauk, dass die Entscheidung für die Zusammenführung der beiden Marken nicht aus einer Drucksituation, wie bei Fusionen üblich, heraus entstanden sei, sondern aus einer Position der Stärke. "Wir haben immer kommuniziert, eine ­aktive Rolle in einer Marktkonsolidierung einnehmen zu wollen. Neben dem organischen Wachstum haben wir aus diesem Verständnis auch Zukäufe getätigt. Eine ­Akquisition ist immer eine große Herausforderung, da es darum geht, unterschiedliche Unternehmenskulturen zu managen. Diese in einer Fusion zusammenzuführen stellt eine große Aufgabe dar", erklärt Jauk. Im Fall der Fusion zwischen der Capital Bank und Schelhammer & Schattera wurde daher in den vergangenen fünf Jahren bereits die Prozesse und Abläufe im Hintergrund harmonisiert. Für den Kunden war das laut dem Bank CEO nicht spürbar, da die individuelle Betreuung weiterhin sichergestellt war. Daran soll sich auch durch die Fusion nichts ändern, so werden die Kundenbetreuer weiterhin ihre bisherigen Kunden betreuen. 

Mit der neuen Marke möchte man nun aber auch stärker junge Talente auf der Mitarbeiterseite ansprechen, für diese wolle man laut Jauk in Zukunft die Topadresse werden. "Als Arbeitgeber waren wir in der Vergangenheit eher diskret und zurückhaltend, in Zukunft möchten wir in der Kommunikation nach außen die Werte der Marke und unsere Rolle als stärkste Privatbank Österreichs in den Vordergrund stellen", erklärt Jauk. (gp)


In der Bilderstrecke oben haben wir einige zentrale Aussagen aus dem Interview mit Christian Jauk zusammengetragen. Das vollständige Gespräch lesen Sie in Ausgabe 3/2021 von FONDS professionell, die in den nächsten Tagen an die Abonnenten ausgeliefert wird.