Samstags arbeiten? Viele Banker und Arbeitnehmervertreter haben sich lange dagegen gesträubt. Mit Zuschlägen für die Wochenendarbeit und Ausgleichstagen hat die Deutsche Bank ihre Angestellten und die Gewerkschaft Verdi vor zweieinhalb Jahren dann doch überzeugen können. Ein erstes Fazit der Mitarbeiter zeigt nun: So schlimm ist die Arbeit am Samstag doch nicht, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

Die Banker arbeiten am Wochenende in den Beratungscentern der Deutschen Bank. Von dort aus können sie ihre Kunden wie gewohnt anrufen oder sogar per Videochat kontaktieren. Mit der Videotelefonie soll es allerdings lange Zeit nicht störungsfrei geklappt haben. Auch Wartungsarbeiten an Soft- und Hardwarekomponenten seien hin und ab hinderlich gewesen, berichtet die FAZ. Schließlich werden diese in der Regel an Wochenenden ausgeführt. Den Bankern fehlte darum häufiger der Zugriff auf unterstützende Programme und erschwerte die Beratung.

Versuche, die Kunden am Samstag initiativ anzurufen und sie zum Beispiel darauf anzusprechen, dass es zu bestimmten Vorgängen auf ihrem Konto eine Lösung von der Deutschen Bank gebe, seien nach hinten losgegangen. "Da reagieren die meisten eher ungehalten, weil sie gerade mit ganz anderen Dingen beschäftigt sind", berichtet Stephan Szukalski, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft DBV, gegenüber der FAZ. Alles in allem seien die Mitarbeiter von der Samstagsarbeit allerdings angetan. Mit vorher verabredeten Kundengesprächen seien die Berater, die am Samstag arbeiteten, gut ausgelastet. Die Abschlussquote sei im Schnitt höher als an herkömmlichen Tagen, weil Kunden in der Regel schon ein konkretes Anliegen hätten, schildert Szukalski der Zeitung.

Kunden suchen Rat in Randzeiten
Die Deutsche Bank will aufgrund der insgesamt guten Erfahrungen an der Samstagsarbeit festhalten: "Unsere Berater in den Regionalen Beratungscentern haben mehr als 10.000 Kundenkontakte pro Woche und führen rund 4.000 Beratungsgespräche. Viele suchen gerade am Morgen, am Abend sowie an Samstagen fundierten Rat zu ihren Finanzen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bank gegenüber der FAZ. (fp)