Die österreichischen Immobiliengesellschaften S Immo und Immofinanz erwägen nach den im November abgebrochenen Fusionsgesprächen erneut einen Zusammenschluss. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf unterrichtete Kreise. Eine Ankündigung über eine Wiederaufnahme der Verhandlungen könne bereits in dieser Woche erfolgen, hieß es. Allerdings könnte sich die Angelegenheit auch hinauszögern oder scheitern.

Der Insiderbericht bekräftigt Spekulationen, die schon seit einigen Wochen im Raum stehen. Ende Februar war bekannt geworden, dass der österreichische Investor und s-Immo-Kernaktionär Ronny Pecik gemeinsam mit dem slowakischen Investor Peter Korbacka 10,7 Prozent an der Immofinanz gekauft hat. Verkäufer war die Familie Fries als Immofinanz-Hauptaktionär. Einige Tage später war Immofinanz-CEO Oliver Schumy vorzeitig "aus persönlichen Gründen" zurückgetreten.

Neue Akteure, neue Möglichkeiten
"Mit neuen Akteuren am Tisch ergeben sich hier möglicherweise in der Zukunft auch neue Denkansätze und Gespräche", sagte S-Immo-CEO Ernst Vejdovszky zu Bloomberg. Aus einer Kooperation beider Unternehmen könnten sich "wertvolle Synergien ergeben".
Immofinanz gab eine Erklärung ab, wonach das Unternehmen mit Pecik in Kontakt stehe, seit dieser Aktionär wurde. Die Gesellschaft prüfe alle Optionen, die Wert für die Aktionäre schaffen.

Immofinanz und S Immo würden gemeinsam über ein Immobilienportfolio von Berlin bis Bukarest im Volumen von über sieben Milliarden Euro verfügen. Laut dem Insider ist ein aktienbasierter Zusammenschluss geplant, wie er bereits im Vorjahr diskutiert wurde. Am wahrscheinlichsten sei ein mit Aktien bezahltes Gebot von dem einen Unternehmen für das andere, sagte eine der Personen. Möglich sei jedoch auch eine Fusion, bei der die Aktien der beiden Unternehmen in Aktien des kombinierten neuen Unternehmens getauscht werden.

Die Unternehmen verfolgen die Transaktion selbst nach einem Kursrutsch ihrer Aktien um rund 40 Prozent in diesem Monat, nachdem die Börsen weltweit angesichts der Coronavirus-Krise einbrachen. Eine aktienbasierte Transaktion könnte in einem volatilen Umfeld einfacher durchzuführen sein, da sie nicht von der Aufnahme von Geldern für die Übernahme abhängig ist. (eml)