Die Deutsche Bank hat mögliche Verstöße gegen Russland-Sanktionen im Zusammenhang mit russischen Kunden an die Bundesbank gemeldet. Das berichtet "Bloomberg" unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Person. 

Auslöser war eine interne Untersuchung, bei der Fälle identifiziert wurden, in denen Einlagen russischer Privatkunden die zulässige Grenze von 100.000 Euro überschritten. Die Person äußerte sich anonym, da es sich um vertrauliche Informationen handelt. Die entsprechende Taskforce war eingerichtet worden, nachdem Deutschland im Februar seine Gesetzgebung angepasst hatte, um die EU-Sanktionsvorgaben umzusetzen.

Bank verweist auf laufende Anpassungen
"Die Deutsche Bank überprüft im Rahmen ihres regulären Geschäftsbetriebs fortlaufend ihre Prozesse im Zusammenhang mit der Einhaltung von Sanktionen", erklärte das Institut. "Wenn wir mögliche Probleme feststellen, ergreifen wir geeignete Maßnahmen, um unsere Prozesse anzupassen und zu verbessern, und informieren die zuständigen Aufsichtsbehörden proaktiv."

Ein Sprecher der Bundesbank wollte sich dazu nicht äußern. Zuvor hatte "Finanz-Szene" über den Vorgang berichtet.

Hohe Anforderungen an Compliance
Banken sind verpflichtet, strenge Kontrollen einzuhalten, um unerlaubte Geldbewegungen zu verhindern. Die Deutsche Bank hat in den vergangenen Jahren nach Kritik an früheren Versäumnissen erheblich in ihre Kontrollsysteme investiert.

Zu Beginn dieses Jahres wurde das Institut zudem von deutschen Behörden im Zuge von Ermittlungen wegen des Verdachts auf Geldwäsche durchsucht. Dabei ging es um frühere Geschäftsbeziehungen von Mitarbeitern zu Unternehmen mit Verbindungen zu dem inzwischen sanktionierten Roman Abramowitsch. Dies belastete die Bemühungen der Bank, ihr früheres Image als skandalanfällig hinter sich zu lassen. (mb/Bloomberg)