Seit geraumer Zeit versucht die in Gründung befindliche Bank für Gemeinwohl (BfG) eine Vollbanklizenz zu erhalten, dazu braucht es allerdings zwölf Millionen Euro Kapital. Aktuell liegt das von 5.944 Mitgliedern eingezahlte Genossenschaftskapital allerdings lediglich bei 4,2 Millionen Euro. Im September 2017 hat der Vorstand der BfG-Genossenschaft daher zumindest einen Antrag auf Erteilung einer Konzession als Zahlungsinstitut gemäß Zahlungsdienstegesetz bei der FMA (Finanzmarktaufsicht) in Österreich eingereicht. 

Umfangreicher Verbesserungsauftrag
Nun liegt die Antwort der FMA vor, und diese ist für die Genossenschafter alles andere als erfreulich. "Die Finanzmarktaufsicht hat, nachdem die Frist von drei Monaten am 13.12.2017 abgelaufen ist und wir am 18.12.2017 eine Säumnisbeschwerde eingebracht haben, am 19.12.2017 geantwortet. Die Antwort ist ein Verbesserungsauftrag mit 227 Fragen, für deren Beantwortung sie uns acht Wochen Zeit eingeräumt haben", zeigt man sich bei der BfG überrascht. 

"Vielzahl der Nachfragen für Konzessionsantrag irrelevant"
Umfang und Detaillierungsgrad des Verbesserungsauftrags zeigen jedenfalls, dass die FMA dem geplanten Konzessionsantrag kritisch gegenüber steht. Für BfG-Vorstand Peter Zimmerl schießt die FMA damit über das Ziel hinaus: "Das ist selbst für eine bereits bestehende Bank eine Herausforderung – geschweige denn für ein Start-up".

Die BfG sieht jedenfalls eine Vielzahl der Nachfragen im Verbesserungsauftrag als für einen Konzessionsantrag irrelevant an, da diese Informationen erst im laufenden Betrieb vorliegen und typischerweise erst bei einer Überprüfung des laufenden Betriebes durch die FMA gestellt werden. Bei der Genossenschaft arbeitet man nun mit Hochdruck an der fristgerechten Beantwortung aller Fragen, die bis 12.2.2018 der FMA vorgelegt werden müssen. 

Antrag hatte 250 Seiten
Der von der Genossenschaft im September des Vorjahres eingereichte Antrag umfasste inklusive Anhänge rund 250 Seiten und wurde von einem fünfköpfigen Team von Juristen und Bankern über acht Monate erarbeitet. "Die Genossenschaft hat für die Realisierung des Gemeinwohl-Kontos ein einfaches und risikoarmes Geschäftsmodell gewählt. Der Antrag zielt nicht auf Kreditvergaben ab, sondern ausschließlich auf die Etablierung eines Kontos für den täglichen Zahlungsverkehr von Geschäfts- und Privatkunden", erklärt die BfG abschließend. (gp)