Ronny Pecik, Großaktionär der S Immo AG, hat sich mit rund elf Prozent an dem Konkurrenten Immofinanz AG beteiligt, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf unterrichtete Kreise. Das verschaffe ihm zusätzlichen Einfluss, um eine mögliche Fusion der beiden Unternehmen durchzusetzen.

Die Beteiligung erwarb Pecik zusammen mit einem Partner von einer von Rudolf Fries angeführten Investorengruppe, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person gegenüber "Bloomberg". Pecik wollte sich nicht zu der Transaktion äußern, die zum aktuellen Aktienkurs etwa 286 Millionen Euro wert wäre. Fries reagierte nicht auf Anrufe, um eine Stellungnahme einzuholen.

Für Immofinanz ist das eine historische Veränderung, denn Fries hatte seit seiner ersten Beteiligung im Jahr 2008 stets zu den Hauptaktionären der Immofinanz gehört. Der Rechtsanwalt ist stellvertretender Vorsitzender des Immofinanz-Aufsichtsrats. Pecik, der zusammen mit einem Partner 14 Prozent der S Immo besitzt, wird durch den Fries-Deal zum Hauptakteur in beiden Unternehmen. Er könnte darauf drängen, die im letzten Jahr begrabenen Fusionspläne erneut zu prüfen, die nach dem Zusammenschluss zu einem Unternehmen mit Immobilien im Wert von sieben Milliarden Euro geführt hätte.

S Immo und Immofinanz, die aneinander beteiligt sind, haben die Gespräche über eine Fusion im November abgebrochen. Diese Pläne könnten nun wieder aus der Schublade geholt werden, da Pecik und S Immo nun zusammen 23 Prozent von Immofinanz besitzen. Das gibt ihnen auf der Hauptversammlung von Immofinanz eine bedeutende Stimmkraft. (mb)