Die Effizienzbestrebungen am steirischen Raiffeisensektor werden ausgeweitet. Die Raiffeisenlandesbank RLB hat sechs Standorte ihrer Tochter Hypo Steiermark bei einzelnen örtlichen Raikas untergebracht, heißt es in einer ad hoc-Mitteilung Anfang der Woche. Wenn die Gremien der jeweiligen örtlichen Raiffeisenbank zustimmen, kann es zu einer "Übertragung" per 01.01.2021 kommen.

Konkret werden die sechs Filialen Feldbach, LKH Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg, Schladming und Bruck an der Mur an die jeweiligen örtlichen Raiffeisenbanken "abgegeben". Über finanzielle oder andere Konditionen des Geschäfts ist auf Nachfrage nichts zu erfahren. Allem Anschein nach war es aber nicht einfach, die Hypos loszuwerden: Die Ad-hoc-Meldung verweist auf mehrmonatige Verhandlungen. Außerdem erzielte die RLB offenbar mit zwei örtlichen Raikas keinen Deal. Für die bestehenden Hypo-Filialen in Deutschlandsberg und Leibnitz konnte kein Abnehmer präsentiert werden. Die Beteiligten äußerten sich nicht dazu. Ein RLB-Sprecher sagte nur, es habe "konstruktive" Gespräche gegeben.

RLB braucht Standorte außerhalb Graz nicht
Die RLB selber dürfte kaum ein Interesse daran haben, die zwei kleinen ländlichen Standorte selber zu betreiben – diese wären in Anbetracht ihres bisherigen Konzepts eher Ballast. Fokus der RLB ist eindeutig die steirische Landeshauptstadt Graz. Neben der dort befindlichen Zentrale hat die Landesbank in Grat noch neun weitere eigene Bankstellen, lediglich eine Filiale wird in Frohnleiten unterhalten.

Was mit den beiden verbliebenen Hypo-Standorten passiert, konnte ein Sprecher der RLB noch nicht sagen. Ein Konzept werde bis zur Verschmelzung von Hypo und RLB erstellt. Die RLB hat im April bekannt gegeben hat, dass sie bis 2021 mit ihrer Tochter Hypo Steiermark fusionieren und die Marke Hypo in der Steiermark komplett aufgeben will. Offiziell kann die mächtige RLB den kleinen örtlichen Raiffeisenbanken hinsichtlich ihrer Standortpolitik nichts sagen, denn die einzelnen Raikas sind Eigentümer der Landesbank.

Offen ist folglich auch, was mit den Hypo-Standorten passiert, die an die regionalen Raiffeisenbanken übergehen. Zwar wolle die Raiffeisengruppe in der Steiermark "weiterhin das dichteste Bankstellennetz" anbieten. Aber eine Standortgarantie haben die Raikas im Rahmen der Verhandlungen nicht abgegeben, sagt der RLB-Sprecher. Es obliege den übernehmenden Raikas, was sie mit den Hypo-Filialen machen. "Das kann regional unterschiedlich sein", heißt es. (eml)