Seit Juni leitet der Osteuropaspezialist Markus Plank das Private Banking und das Wertpapierkompetenzzentrum der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB). Er soll das Private Banking, das in den vergangenen Jahren nicht besonders lebhaft wirkte, vorantreiben und insgesamt auch bei Retail-Kunden für mehr Veranlagungen sorgen. "Wir wollen zu einer relevanten Größe werden", so Plank in einem Interview, das in voller Länge in der neuen Heftausgabe von FONDS professionell zu lesen ist.

In den Bereichen Private Banking, Investment Consulting und Wertpapiergeschäft wird künftig ein hohes Wachstum angestrebt. Derzeit kommt die Bank in diesen Bereichen auf ein Volumen von drei Milliarden Euro. "Um als relevant wahrgenommen zu werden, muss man schon in Richtung eines zweistelligen Milliardenbetrags nachdenken", so Plank.

Bestehende Kunden mehr servicieren
Das Wachstum soll vorrangig aus dem bestehenden Kundenkreis kommen. "Wenn ich mir anschaue, wie groß Raiffeisen ist, wie viele Kunden, Geschäftsbeziehungen, Beteiligungen, Mitarbeiter wir haben: Nutzen wir da schon alle Anknüpfungspunkte? Sicher nicht", so Plank. Die RLB werde "noch nicht genug wahrgenommen als Haus, das Private Banking anbietet. Das ist unser Auftrag", so Plank.

In das angepeilte Geschäftswachstum fließt auch die Veranlagung der Retail-Kunden ein. Dieses soll im Rahmen der "Stadtbank" ausgebaut werden. Bei der Stadtbank handelt es sich um eine Regionalisierungsstrategie, mit der die RLB seit fast zwei Jahren gezielt um das urbane Wiener Publikum wirbt. "Meine Agenda ist, das Wertpapiergeschäft auszubauen – zum einen im Private Banking hier im Haus sowie im Premium Banking in den fünf Bezirksbanken. Gleichzeitig soll aber jeder Kunde, der noch nicht veranlagt ist, von uns angesprochen werden, beginnend ab dem kleinen Monatsinvestment", so Plank.

Ausbalancierte Verteilung
Das klassische Private Banking beginne bei der RLB ab 750.000 Euro. Bei Premium-Kunden ab rund 350.000 Euro bekommen die Berater Mitarbeiter aus dem Investmentconsulting zur Seite gestellt. Ziel ist es, die Geschäftssegmente noch zu optimieren. Momentan dominieren die Beratungsportfolios, die jedoch den höchsten Betreuungsaufwand verursachen. Mehr Kunden sollen in die Vermögensverwaltung gebracht werden. Hier arbeite man eng mit der Raiffeisen Capital Management (RCM, die Fondstochter der Raiffeisenbank International) zusammen. Erwünscht ist eine ausbalancierte Verteilung von Vermögensverwaltung, Beratungsmandaten und Selbstentscheidern.

Im Retail-Bereich setze die RLB NÖ-Wien weitgehend auf RCM-Fonds. Auch im gehobenen Banking kommen diese zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es eine Drittanbieter-Selektion besteht aus rund 50 Fonds von gut 20 Anbietern. Bei der Drittanbieterauswahl koordiniere sich die RLB mit jenen niederösterreichischen Raiffeisenbanken, die ebenfalls Private Banking anbieten. In den Portfolios der Anleger gebe es neben eigenen und Fremd-Fonds auch einen Fokus auf Anleihen der RLB. (eml)


Das gesamte Interview lesen Sie in der Heftausgabe 3/2022 von FONDS professionell oder im E-Magazin