Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Verlust von 95,2 Milliarden Franken (rund 98 Mrd. Euro) verzeichnet, da der weltweite Markteinbruch den Wert ihrer Fremdwährungsbestände schmälerte. Laut Nachrichtenagentur "Reuters" verbuchte die Zentralbank damit den höchsten Fehlbetrag seit ihrer Gründung im Jahr 1907. Der bisherige Rekordverlust von 50 Milliarden Franken stammte demnach aus dem Jahr 2015.

Die SNB verfügt über enorme Devisenreserven, die sie durch jahrelange Interventionen zur Abschwächung des Frankens aufgebaut hat; das Geld steckt unter anderem in Aktien und Anleihen aus dem Ausland. Angesichts des Umfangs ihrer Bilanz haben Schwankungen bei den Vermögenspreisen einen großen Einfluss auf ihre Finanzzahlen.

Parität zum Euro durchbrochen
Diese Ergebnisse haben jedoch keinen Einfluss auf die Geldpolitik. Die Zentralbank erhöhte im Juni zum ersten Mal seit 15 Jahren die Zinssätze. Sie scheint auch nichts gegen die Aufwertung des Frankens zu unternehmen. Die Schweizer Währung hat die Parität zum Euro durchbrochen und wird zu etwa 97 Rappen je Euro gehandelt. (Bloomberg/ohm)