RBI will Addiko Bank kaufen
Nach einer Übernahmeschlacht könnte die aus der Hypo Alpe Adria stammende Osteuropabank Addiko mit Sitz in Wien in den Besitz der RBI wechseln. Die RBI hat ein Angebot vorgelegt, das den Aktionär Alta zufriedenstellen soll.
Die Raiffeisen Bank International (RBI) will die Addiko Bank mit Sitz in Wien und Töchtern in Südosteuropa übernehmen. Im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots bietet die RBI für sämtliche Addiko-Aktien einen Preis von 23,05 je Aktie (cum Dividende 2025).
Das Angebot liege nach einem EY-Gutachten 20 Prozent über dem Wert des Eigenkapitals, wie die RBI mitteilt. Nach Einreichung, Behördenprüfung und Veröffentlichung des Angebots soll es eine Annahmefrist von zehn Wochen geben. Bedingung ist eine Mindestannahmequote von mehr als 75 Prozent sämtlicher ausgegebenen und ausstehenden Addiko-Aktien.
Alta Group soll zufriedengestellt werden
Teil des Schrittes ist eine geplante Vereinbarung mit der Alta Group d.o.o. (Serbien), die knapp zehn Prozent hält und die sich in den vergangenen Jahren mit anderen ähnlich großen Aktionären aus der Region eine Übernahmeschlacht geliefert hatte. Ihr schlägt die RBI den Verkauf mehrerer Töchter vor, der Addiko Bank a.d. Beograd (Serbien), der Addiko Bank d.d. Sarajevo und Addiko Bank d.d. Banja Luka (beide Bosnien und Herzegowina) sowie der Addiko Bank A.D. Podgorica (Montenegro).
Behalten will die RBI hingegen die Addiko Bank d.d. Zagreb (Kroatien), die Addiko d.d. Ljubljana (Slowenien) sowie die Addiko Bank AG (Österreich). "Mit dieser Transaktion würde die RBI ihren Marktanteil in Kroatien stärken und gemessen an der Bilanzsumme zur viertgrößten Bank aufsteigen sowie erneut in den slowenischen Markt eintreten, wo sie insbesondere im Corporate- und Investment-Banking-Geschäft sowie im KMU-Segment Potenzial sieht", heißt es in einer Aussendung.
Kernkapital wird belastet
Das harte Kernkapital der RBI würde durch die Übernahme mit rund minus 45 Basispunkten (bei einer Annahmequote von 75 Prozent) belastet, nach dem Carve-out mit rund minus zehn Basispunkten.
Vorbehaltlich sämtlicher behördlicher Zustimmungen und der Erfüllung anderer Bedingungen wird der Abschluss des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots im vierten Quartal 2026 erwartet, während das Closing des Carve-outs für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet wird.
Hypo-Alpe-Adria-Wurzeln
Die Addiko Bank ist in Wien börsenotiert. Sie wurde 2015 aus der Kärntner Pleitebank Hypo Alpe Adria gegründet, deren Abbaugesellschaft Heta die Hypo-Bankentöchter in Zentral- und Osteuropa in einer eigenen Wiener Mutter gruppierte. (eml)















