Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) steht Insidern zufolge kurz vor einer Vereinbarung zum Kauf der rumänischen Garanti-Einheit der spanischen Bank BBVA. Nach Angaben mit der Angelegenheit vertrauter Personen hat das österreichische Institut angeboten, etwa das 1,2-Fache des Buchwerts für Garanti zu zahlen. Auf Basis der Bilanzdaten des vergangenen Jahres würde dies einen Kaufpreis von rund 550 Millionen Euro bedeuten, sagte eine der Personen.

Die Gespräche seien zwar bereits weit fortgeschritten, könnten sich aber noch verzögern oder scheitern, sagten die Personen, die anonym bleiben wollten, da es sich um vertrauliche Informationen handelt. Vertreter von BBVA und Raiffeisen lehnten eine Stellungnahme ab.

Rumänischer Bankenmarkt in Bewegung
Banken in Osteuropa versuchen derzeit verstärkt, ihre Marktanteile in der fragmentierten Bankenlandschaft der Region durch Übernahmen auszubauen. Ziel ist es, größere Skaleneffekte und profitablere Geschäftsmodelle zu erreichen. Ein Kauf des Garanti-Geschäfts würde Raiffeisen gemessen an der Bilanzsumme zur drittgrößten Bank in Rumänien machen.

Eine Reihe von Transaktionen in Rumänien hat bereits dazu geführt, dass Banca Transilvania zur größten Bank des Landes aufgestiegen ist. Der Markt erwirtschaftete im vergangenen Jahr rund 16 Milliarden Lei (rund 3,1 Mrd. Euro) Gewinn, begünstigt durch einige der höchsten Zinsen in Europa.

Zusätzlicher Schwung für Raiffeisen
Der scheidende Vorstandsvorsitzende Johann Strobl hatte im Januar erklärt, dass die Bank über zusätzliches Kapital für Übernahmen verfüge und an möglichen Transaktionen in Rumänien interessiert sei, ohne konkrete Ziele zu nennen.

Ein Abschluss würde zusätzlichen Schwung für das Institut bringen, das in den vergangenen Jahren durch erfolglose Versuche, seine Russland-Tochter zu verkaufen, belastet wurde. Hinzu kamen rund zwei Milliarden Euro an Verlusten im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten über Fremdwährungskredite im ehemaligen Polen-Geschäft der Bank. (mb/Bloomberg)