50 der rund 600 IT-Mitarbeiter der RBI mussten Dienstag dieser Woche umgehend ihren Arbeitsplatz räumen und ihre Berechtigungskarten abgeben. Die Mitarbeiter, für die der Schritt überraschend kam, wurden freigestellt, aber nicht gekündigt. Es werde nach einvernehmlichen Lösungen gesucht, sagte ein Sprecher dem Industriemagazin, das den Stellenabbau publik machte.

Sparstift wird auch in anderen Bereichen angesetzt
Demnach dürften weitere Stellen auch in anderen Bereichen wegfallen. Der "Standard" nannte eine unbestätigte Zahl von 200. Bei Mitarbeitern, die innert sechs Wochen keinen Job innerhalb der RBI finden, soll es zu einer einvernehmlichen Kündigung kommen, schreibt die Zeitung.

Die RBI arbeitet nach Stellungnahmen in mehreren Medien daran, dass ihre IT flexibler wird und damit konkurrenzfähig zu den erstarkenden Fintechs. Man wolle etwa in kleineren Teams arbeiten, um die Kunden rascher zu erreichen und um schneller Produkte zu entwickeln.

Viel Kritik am Vorgehen
Dass im sensiblen IT-Bereich freigestellte Mitarbeiter sofort ihre Arbeitsplätze räumen müssen, ist nicht unüblich. Bei der Belegschaft sorgt der Abbau und die zu erwartenden weiteren Streichungen naturgemäß für Verunsicherung. Der Betriebsrat kritisiert laut "Standard" einen unnötigen Zeitdruck und warnt angesichts der Verunsicherung vor einer "Abkühlung des Betriebsklimas". Auch die Gewerkschaft äußert Unverständnis für Art des Vorgehens und spricht von "einer Nacht und Nebel Aktion". Es sei über den Betriebsrat hinweg entschieden worden. Das sei "kein Beispiel einer gelebten innerbetrieblichen Sozialpartnerschaft", so Mario Ferrari, Geschäftsführer der GPA-djp Wien.

Die RBI konnte im Vorjahr ihre Cost/Income Ratio um 1,5 Prozentpunkte auf 57,5 Prozent senken. Damit die gesteckten Ziele erreicht werden, muss die Kostendisziplin aber weiter hoch bleiben: Für das Jahr 2021 strebt die Bank eine Zielmarke von rund 55 Prozent an. (eml)