Das Drama um die gefallene Venture-Capital-Firma Arax Capital Partners ist um ein Kapitel reicher. Vor einigen Tagen übernahm Alexander Ritonja die Geschäftsführung in der Arax Capital Partners GmbH. Wie es dazu kam, ist nicht bekannt, Ritonja ist in der Venture-Capital- und Immobilienbranche bisher ein unbeschriebenes Blatt. Firmeneigentümer ist unverändert Ende des vergangenen Jahres die Lugsch Beteiligung GmbH.

Ritonja wurde in den vergangenen Wochen in mehreren Gesellschaften rund um Arax zum Geschäftsführer bestellt. Das gilt unter anderem für die BVT Beteiligungsverwaltung und
Treuhand GmbH, die ebenfalls Lugsch gehört, und die VE Immo GmbH. Diese Gesellschaft war unter dem Dach der CETI Holding eine Arax-Schwester, bis diese aus der Holdinggesellschaft herausgelöst wurde.

Arax ist insolvenzgefährdet
Die VE Immo gehört immer noch der CETI Holding, deren Gesellschaftsanteile zu 50 Prozent von der Pagna Real Estate GmbH gehalten werden. Diese Firma wird von dem Immobilienunternehmer Boris Yosopov kontrolliert. Das ist insofern schlüssig, als dass der Immobilienunternehmer Yosopov dem Vernehmen nach Interesse an den Immobilienprojekten der VE Immo gehabt haben soll.

Ritonja löst Jürgen Rieger ab, der Arax im Auftrag von nicht genannten Investoren retten sollte. Denn das Unternehmen gilt in Ermangelung von Einnahmen bei gleichzeitig bestehenden Verbindlichkeiten als insolvenzgefährdet. Arax ist jedoch für das Portfoliomanagement der Arax-Beteiligungsgesellschaften verantwortlich, in die Hunderte Privatanleger investiert hatten.

Anleger warten auf Millionen – bisher vergeblich
Unklar ist unterdessen immer noch, wie es um die Erlöse aus dem Verkauf der Biocrates-Beteiligung steht. Das Geld steht eigentlich den Arax-Beteiligungsgesellschaften und mithin den Anlegern zu, wurde jedoch nicht ausgezahlt. Es geht um rund 5,5 Millionen Euro. Über den Verbleib des Geldes ist nichts bekannt. Fest steht laut Ex-Geschäftsführer Rieger nur, dass es sich nicht auf den Konten von Arax und BVT befindet. Das Geld sei vom vormaligen Arax-Eigentümer "investiert" worden. 

Der fragwürdige Verbleib der Millionen ist laut Medienberichten von "Krone" und "News" auch der Grund für Ermittlungen, die das Landeskriminalamt Wien gegen frühere Eigentümer und Geschäftsführer von Arax durchführt. Auslöser dafür soll eine Sachverhaltsdarstellung gewesen sein, die eine Wiener Rechtsanwaltskanzlei im Dezember 2025 bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingebracht hatte. (ae)