Die vier Private-Equity-Fonds der oberösterreichischen Raiffeisenbankengruppe werden in einer Gesellschaft gebündelt. Künftig treten die vier bestehenden Beteiligungsgesellschaften Invest AG (Flaggschiff), Raiffeisen KMU Invest AG, Raiffeisen OÖ Invest und Raiffeisen Innovation Invest unter der gemeinsamen Dachmarke "Raiffeisen Invest Private Equity" auf. Das teilt die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB) mit.

Die Dachmarke soll den Außenauftritt verbessern. Ziel sei insbesondere eine Intensivierung des Geschäfts in Deutschland, sagt Reinhard Schwendtbauer, Beteiligungsvorstand der  RLB OÖ und Aufsichtsrat der Invest AG. Durch die neue Außendarstellung soll das Gesamtangebot am Private-Equity-Markt besser öffentlich wahrgenommen werden. Die rechtliche Selbstständigkeit und Investorenstruktur der Beteiligungsgesellschaften soll erhalten bleiben.

Österreichischer Private-Equity-Riese
Die RLB OÖ und die oberösterreichischen Raiffeisenbanken sind vor 25 Jahren mit der Gründung der Invest AG in die Bereitstellung von Eigenkapital eingestiegen. Heute sei die Invest AG die größte Private-Equity-Gesellschaft in Österreich und auch im benachbarten Ausland ein wesentlicher Player. Insgesamt wurden laut den Angaben mehr als 500 Millionen Euro in über 160 Unternehmen investiert. Aktuell seien 250 Millionen Eigenkapital für neue Investments reserviert.

"Die Bereitstellung von Eigenkapital ist für uns ein wesentliches strategisches Standbein und unterscheidet uns maßgeblich von anderen Banken. Private Equity kann Unternehmen gerade in der aktuellen Situation bei Zukunftsinvestitionen unterstützen", so Heinrich Schaller, Generaldirektor der RLB OÖ. Investoren der Invest AG sind die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (49,5 Prozent), die RLB OÖ (49,2 Prozent) sowie die Hypo Oberösterreich (1,3 Prozent).

Nachfolge und Expansion
Die Raiffeisen Invest Private Equity Gruppe bietet eigenen Angaben zufolge Eigenkapital bei Expansions- und Nachfolgesituationen, aber auch für strategische Akquisitionen oder Sondersituationen. Das Geld geht an Start-ups, KMUs, Mittelstandsunternehmen so wie große Industriebetriebe.

"Private Equity trägt unternehmerisches Risiko, erhöht die Bonität und somit den strategischen und operativen Handlungsspielraum der Unternehmen", heißt es. Während der Corona-Krise habe man Unternehmen unter anderem auch mit der Nachschärfung der Geschäftsmodelle unterstützt. Die Transaktionen seien auch während der Krise nicht stillgestanden. Der Bedarf an Eigenkapital sei momentan sehr hoch. (eml)