Die langjährige Tiefst- und Minuszinssituation gepaart mit hoch bepreisten Aktienmärkten bewegt immer mehr Investoren dazu, Chancen in illiquiden Vermögensanlagen auszuloten. Üblicherweise erfordern solche Investments aber mehrere Millionen Euro an Mindestkapital. Der Vermögensverwalter Fidelity hat im Frühjahr 2021 darauf reagiert, dass diese Nachfrage zunehmend auch von Privatanlegern kommt und ist beim Berliner Fintech Moonfare eingestiegen. Dessen digitale Plattform organisiert den Zugang zum Private-Equity-Markt bereits ab geringeren Beträgen. Nun können dieses Angebot erstmals österreichische Kunden nutzen.

Die in Wien beheimatete Kathrein Privatbank, eine Tochter der börsenotierten Raiffeisen Bank International AG (RBI), kooperiert mit Moonfare und Fidelity, wie die Beteiligten mitteilen. Kunden der Bank erhalten ab sofort über eine technologiegestützte Vermögensverwaltungsplattform Zugang zu Private Equity Fonds mit einer Mindestanlagesumme von 50.000 Euro. Voraussetzung ist die Einstufung als professioneller Kunde oder qualifizierter Privatanleger.

Vereinfachte Prozesse
Abseits der geringen Mindesteinstiegssummen kommt es auch zu Erleichterungen beim Investmentprozess. Dieser kann ansonsten im Private-Equity-Bereich angesichts der erforderlichen vertieften Prüfungen Monate dauern. Die digitale Infrastruktur von Moonfare erleichtere das Kunden-Onboarding, die regulatorisch korrekte Abwicklung, den Investmentprozess, die Kundenberatung sowie das Reporting und After-Sales-Dienstleistungen, heißt es.

"Der Zugang zum stark wachsenden Bereich der Privatmärkte war bisher nur kapitalstarken und mit einer entsprechenden Infrastruktur versehenen Anlegern vorbehalten. Die digitale Plattform, die wir mit Moonfare bereitstellen, ändert das radikal", so Thomas Loszach, Head of Austria & CEE bei Fidelity International.

Wilhelm Celeda, Vorstandsvorsitzender der Kathrein Privatbank verweist darauf, dass "ein Großteil des Wertzuwachses bei Unternehmen vor ihrem Börsengang" stattfindet. Über die Plattform könne man nun an dieser Entwicklung teilhaben. Für Kathrein ist die Kooperation heuer eine von mehreren strategischen Neuerungen. Mehr dazu erfahren Leser in einem Interview mit Wilhelm Celeda, das in der kommenden Print-Ausgabe von FONDS professionell erscheinen wird.

39 Fonds verfügbar
Über die Plattform der deutschen Moonfare GmbH haben nach Eigenangaben 1.800 Kunden rund eine Milliarde Euro investiert. Der Onboarding-Prozess und die Vermögensverwaltungsplattform würden eine Registrierung und ein Fondsinvestment innert 15 Minuten erlauben. Derzeit sind auf der Plattform 39 Private-Markets-Fonds weltweit verfügbar, wobei der Schwerpunkt auf Private-Equity-Buyouts und Technologie-Investitionen liege. Aufgenommen werden Produkte, die einen Due Diligence-Prozess durch Moonfare durchlaufen haben. Weniger als fünf Prozent der verfügbaren Fonds würden die vorgegebenen Kriterien für die Aufnahme erfüllen, heißt es. (eml)