Privat-Bank-Chefin: "Wollen stärker auf Unternehmenskunden zugehen"
Die Privat Bank der RLB OÖ will mehr Zusammenarbeit mit den regionalen Raikas sowie einen stärkeren Schulterschluss mit den RLB-Firmenkundenbetreuern. Privat-Bank-Chefin Waltraud Perndorfer gibt Einblick in ein Geschäftsjahr, das trotz veränderter Rahmenbedingungen solide verlaufen ist.
Seit Mitte 2024 sinken die (ab 2022 hochgeschnellten) Zinsen wieder. Damit sprudelt auch im Private Banking die Ertragsquelle Einlagengeschäft weniger stark. Waltraud Perndorfer, langjährige Leiterin der Privat Bank der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ), zieht nach 2025 dennoch eine positive Bilanz: "Ich blicke auf ein erfolgreiches Jahr zurück", sagt sie im Gespräch mit der Redaktion, das in voller Länge im neuen Heft von FONDS professionell erschienen ist. Angesichts der Zinsentwicklung rücke jedoch das Wertpapiergeschäft in den Vordergrund.
"Das Zinspotenzial bei den Einlagen ist begrenzt, daher geht der Trend zu Wertpapierveranlagung, Vermögensverwaltung, Fonds oder eigenen Spezialfonds", so Perndorfer. In der Privat Bank sei das Wertpapiervolumen 2025 zum Jahr davor um etwa 25 Prozent gestiegen, das Volumen in Produkten wie klassische Vermögensverwaltung oder Spezialfonds um fast zehn Prozent.
Geschäftsvolumen
Die Privat Bank kommt auf ein Geschäftsvolumen von rund 6,2 Milliarden Euro, wobei das Wertpapiervermögen der Kunden zum Jahresende 3,5 Milliarden Euro erreichte und den größten Anteil darstellte. Etwa 1,2 Milliarden Euro entfallen auf Finanzierungen und 1,5 Milliarden auf Einlagen.
Im Gespräch betont Perndorfer, dass man im Private Banking den Druck durch Konkurrenten wie Neobanken spüre. "Es liegt auch an uns, Aufklärungsarbeit zu leisten", sagt sie und verweist darauf, dass nicht allen bewusst sei, wie sehr Kunden auch bei den neuen Anbietern zur Kasse gebeten werden. Vor allem die junge Generation würde sehr stark vergleichen. "Aber auch ihr sind maßgeschneiderte Lösungen etwas wert", so Perndorfer.
Rückzug der Ausländer
Linz ist für die Oberösterreicher gefolgt von Wien der wichtigste Standort. Der Wettbewerb am kleinen Markt Österreich ist zwar nicht geringer geworden, aber: "Dass sich inzwischen alle Schweizer Banken aus Österreich zurückgezogen haben, ist ein Vorteil für uns", so die Managerin.
Eine Weiterentwicklung kündigt sie bei den Produkten an. Bei Private Equity und ELTIFs macht sich das Team "intensiv Gedanken, mit wem wir zusammenarbeiten und was wir ab welcher Vermögensstufe anbieten". Ein ELTIF-Produkt (European Long-Term Investment Fund) wird gerade gemeinsam mit der Raiffeisen Capital Management (RCM) evaluiert. Dass es sich nicht um die hauseigene Kepler KAG handelt, sieht Perndorfer pragmatisch: "Wir werden Partnerschaften eingehen, die für uns sinnvoll sind. Man muss nicht alles selber machen, weil es auch ein Thema der Größenordnung ist."
Mehr Zusammenarbeit mit RLB und Raikas
Schärfen will Perndorfer den Fokus der Privat Bank, die bis 2015 eine eigene Banklizenz hatte und seitdem als Marke der RLB OÖ geführt wird (Bank in der Bank). Perndorfer lotet gerade Möglichkeiten aus, die Zusammenarbeit mit den Raiffeisenbanken im Bundesland zu kräftigen. Auch der Austausch zwischen den Private-Banking-Mitarbeitern und den Firmenkundenbetreuern der in der Industrie und bei Unternehmern verankerten RLB soll verbessert werden. "Wir wollen stärker auf die Unternehmenskunden aus der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich zugehen", so Perndorfer. Auf dem Plan steht außerdem ein ausgeweiteter Überblick der Kunden über ihr Vermögen – Assets wie Kunst sollen genau so dargestellt werden wie der klassische Finanzbesitz. (eml)
Das gesamte Interview lesen Sie in der neuen Heftausgabe 1/2026 von FONDS professionell ab Seite 250 oder nach Anmeldung hier im E-Magazin.















