Die Mühlen der Justiz mahlen bekanntlich oft sehr langsam. Im Fall des Gründers und Chefs der insolventen P&R-Gruppe ging hingegen alles ganz schnell: Die Staatsanwaltschaft München I hat ihre Klageschrift gegen Heinz R. binnen weniger Monate verfasst und dem Angeschuldigten inzwischen zugestellt. In Untersuchungshaft sitzt der Unternehmer seit vergangenem September.

Dem gestrandeten Containerverkäufer wird gewerbsmäßiger Betrug in nicht weniger als 414 Fällen und Steuerhinterziehung in zwölf Fällen zur Last gelegt. Der Betrug hat in 88 Fällen einen großen Schaden verursacht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungsbehörde bezieht ihren Vorwurf auf jene 268 Anleger, die ab Februar 2017 mit 414 Verträgen noch in Container von P&R investiert haben sollen.

Investoren wurde die wahre Situation verschwiegen
"Dabei wurden die Anleger auf Veranlassung des Angeschuldigten nach Auffassung der Staatsanwaltschaft bewusst nicht darüber aufgeklärt, dass das Investment durch den aus der aus dem Fehlbestand resultierenden desolaten finanziellen Situation der P&R-Gruppe insgesamt mit einem Ausfallrisiko von mindestens 50 Prozent behaftet war", erklären die Ermittler. Dadurch sei diesen Anlegern ein Schaden in Höhe von mindestens 18 Millionen Euro entstanden.

Die P&R-Gruppe ist darüber gestolpert, dass sie viel mehr Container an Anleger verkaufte als sie faktisch je besessen hat. Dadurch ist über mehrere Jahre ein immer größer werdender Fehlbestand entstanden, der sich nach Angaben der Insolvenzverwalter auf rund eine Million Container beläuft. Für den Prozessauftakt am Landgericht München gibt es noch keinen Termin. (ae)