Die Autobank AG hat der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) am Donnerstag (12. August) ihre Zahlungsunfähigkeit gemeldet. Grund ist laut der Bank, dass die Einlagensicherung Austria (ESA) 70 Millionen Euro sofort fällig gestellt hat; es handelt sich um jenen Betrag, den die ESA im seit kurzem laufenden Sicherungsverfahren an Kunden des Kreditinstitutes ausbezahlt hat. Die Bank verfügt nach Eigenangaben nur über rund 44 Millionen Euro an sofort liquiden Mitteln. Der Rest ist längerfristig gebunden, insbesondere in Kfz-Kreditverträgen.

Der Einlagensicherungsfall war am 30. Juli ausgelöst worden, als die FMA der Bank, die seit Jahresbeginn an der Selbstabwicklung arbeitete, den sofortigen Betriebsstopp auferlegte. Aus Sicht der FMA war die Abwicklung in Eigenregie gescheitert.

Großer Teil der Kunden wurde bereits entschädigt
Kunden – sie haben bei der Bank rund 110 Millionen Euro eingelegt – können seit Eintreten des Sicherungsfalls nicht mehr auf ihre Konten zugreifen. Bis jetzt hat die ESA bereits 76 Millionen Euro an 5.900 Einleger in Österreich und Deutschland ausbezahlt. Die gesetzliche Sicherung erstattet bis zu 100.000 Euro, in Spezialfällen bis zu 500.000 Euro. Fast 99 Prozent der Kunden haben Einlagen unter der 100.000-Euro-Schwelle und bekommen somit ihre gesamten Einlagen zurück, heißt es bei der ESA. Für Einleger hat die nun angemeldete Zahlungsunfähigkeit keine direkte Auswirkung: Auf das Entschädigungsverfahren bestehe keinen Einfluss, schreibt die ESA in einer Aussendung.

Die Fälligstellung war aus Sicht der ESA alternativlos, so ESA-Geschäftsführer Stefan Tacke gegenüber FONDS professionell ONLINE. Die Zustimmung zu einem Zahlungsplan (diese Forderung hatte der Autobankvorstand in einer Aussendung in den Raum gestellt) hätte eine schlechtere Rechtsposition für die ESA bedeutet. Tacke weist in diesem Zusammenhang auf bisher erfolglose Versuche der Autobank hin, Teile ihres Portfolios zu veräußern. Darüber hinaus konnten auch potentielle Anfechtungsrisiken für den Fall, dass der Zahlungsplan in der Umsetzung scheitert und eine Insolvenz der AutoBank auslöst, nicht ausgeschlossen werden, so Tacke.

Autobank-Vorstand übt Kritik
Während die FMA aus ihrer Sicht der Autobank das Geschäft Ende Juli verbieten musste, weil erforderliche Eigenkapitalgrenzen unterschritten wurden, kritisiert der Vorstand des Kreditinstitutes den Schritt nun. Die Abbaupläne sowie der Überschuldungsstatus hätten ergeben, dass die Bank bis dorthin weder überschuldet noch zahlungsunfähig gewesen sei. Eine geordnete Abwicklung wäre aus Sicht des Unternehmens ohne die FMA-Intervention möglich gewesen. Der Vorstand betonte in der Aussendung die Wertminderungen, die sich aus kurzfristigen Portfolioverkäufen unter Druck ergeben. Es werde nun voraussichtlich zu einem Insolvenzverfahren kommen. Die Entscheidung dafür liege bei der FMA. (eml)

Hinweis: Der Artikel wurde am 13. August um 12:09 um die Stellungnahme der ESA gegenüber der Redaktion ergänzt.