Die französische Fondsgesellschaft Amundi hat mitgeteilt, dass sich die Nettomittelabflüsse aus dem Umfeld der italienischen Großbank Unicredit im vergangenen Jahr auf insgesamt 16 Milliarden Euro beziffern. Die beiden Häuser pflegen eigentlich seit Jahren eine Produktpartnerschaft. Doch im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass Unicredit erwägt, die Kooperation zurückzufahren. Die Abzüge aus dem Umfeld der Unicredit würden nun darauf hindeuten, dass die Partnerschaft abebbt, wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet.

Allein im vierten Quartal beliefen sich die Abflüsse auf vier Milliarden Euro, teilte das in Paris ansässige Unternehmen Amundi in einer Erklärung mit. Die Unicredit und Europas größter Vermögensverwalter unterhalten seit fast einem Jahrzehnt eine Vertriebspartnerschaft. Diese geht auf den Verkauf der Fondssparte Pioneer der Unicredit an Amundi zurück. Die damals geschlossene Vertriebsvereinbarung gilt nicht nur für Italien, sondern auch für Deutschland, Österreich und Tschechien. Eine Verlängerung der Vereinbarung, die im Juli 2027 ausläuft, erscheint jedoch fraglich, wie "Bloomberg" im Oktober vergangenen Jahres berichtete.

"Voll engagiert"
"Die Situation hat sich nicht geändert – die Partnerschaft endet im Juli 2027. Sie kann verlängert werden oder auch nicht", sagte Valerie Baudson, Vorstandschefin von Amundi, in einer Pressekonferenz. "Wir bleiben weiterhin voll mobilisiert und engagiert." Der französische Fondsriese hatte im November vergangenen Jahres mitgeteilt, dass sein neuer Strategieplan "die Unsicherheit" hinsichtlich der Zusammenarbeit mit der Unicredit berücksichtigen werde.

Die italienische Unicredit hatte versucht, ihren inländischen Konkurrenten Banco BPM zu übernehmen – letztendlich erfolglos. Die Haupteigentümerin von Amundi, die französische Großbank Crédit Agricole, unterhält eine Vertriebspartnerschaft mit der Banco BPM und hat ihren Anteil an dem Kreditinstitut erhöht, nachdem die Unicredit das Übernahmeangebot abgegeben hatte. Seither scheint die Kooperation zwischen Unicredit und Amundi zu wackeln, berichtet "Bloomberg".

Rekordwert beim Nettomittelaufkommen
Bei den gesamten Nettomittelzuflüssen für das Jahr 2025 von Amundi fallen die Abzüge der Unicredit nicht unmittelbar auf. So meldete der Asset Manager bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen mit einem Nettomittelaufkommen in Höhe von 88 Milliarden Euro einen Rekordwert. Sowohl passiven wie auch aktiven Strategien floss neues Geld zu. Das von den Parisern verwaltete Vermögen kletterte im Vergleich zum Vorjahr auf 2,38 Billionen Euro. (ert/Bloomberg)