Die in Linz ansässige Partner Bank wurde im Jahr 1992 gegründet und gilt als Urgestein im unabhängigen Finanzvertrieb in Österreich. 50 Mitarbeiter kümmern sich um mehr als 400 Vertriebspartner und 20.000 Kundendepots mit einem Bestandsvolumen von 220 Millionen Euro. Die Bank ist in Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Slowenien und der Slowakei tätig. Andreas Fellner ist seit 1998 für den IT-Bereich der Bank zuständig und seit 2006 Vorstandsmitglied. Geht es nach ihm, sollte sich die Bank eine breitere Zielgruppe erschließen. 

Erreichen möchte Fellner dies, indem in Zukunft auch verstärkt Versicherungsvermittler angesprochen werden sollen. Diese sollen mit der Bank auf dem Gebiet der Vermögensverwaltung kooperieren. "Wir haben auch einen reinen Robo-Advisor entwickelt, mit dem der Kunde selbst herausfinden kann, welche Vermögensverwaltung am besten zu ihm passt", erklärt Fellner. "Und diese kann er dann selbstständig online zeichnen. Der Versicherungsvermittler übernimmt die Identifizierung des Kunden und ist reiner Empfehlungsgeber", erklärt Fellner weiter. "Wenn der Kunde über das Tool eine Vermögensverwaltung abschließt, erhält der Versicherungsvermittler eine entsprechende Provision. Diese kann im Bereich von 80 Prozent der Bearbeitungsgebühr liegen."

E-Learning-Plattform
Daneben präsentierte die Partner Bank kürzlich ihre kürzlich ausgebaute E-Learning-Plattform. Diese wurde in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik – Information Engineering der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) erweitert. „Ziel war, dass die Plattform auch intern genutzt werden kann: Alle Finanzdienstleister, ­Abteilungen und Einzelpersonen sollen damit ­arbeiten", sagt Fellner. "Die Studenten haben die E-Learning-Plattform so adaptiert, dass auch weniger technikaffine User Lehrmodule erstellen können, ohne dass dazu der Administrator und viel anderer Aufwand notwendig sind“, erläutert er. Die E-Learning-Plattform kann zudem sowohl auf dem Desktop als auch auf Tablets oder Mobile Phones genutzt werden. 

Bereits im Jahr 2017 konnte die Bank die Anzahl der  vertraglich gebundenen Vermittlern deutlich steigern, damals wurde mit Vion ein Vertrieb angebunden, der ursprünglich von ehemaligen E&S-Beratern gegründet wurde. Diese Zusammenarbeit hat sich laut Fellner gut entwickelt, allerdings gibt er auch zu, dass nicht alle Berater gehalten werden konnten. „Es gab doch einige Berater, die mit der neuen Situation nicht so gut zurechtgekommen sind, viele junge Berater mussten auch erst die Vermögensberaterprüfung machen, daher war die Fluktuation anfangs hoch. Unser Ziel besteht ja darin, gute Berater anzubinden, die nachhaltig arbeiten“, so der Bank-Vorstand. 

Rund 400 gebundene Vermittler
Mittlerweile verfügt die Bank über rund 150 vertraglich gebundene Vermittler in Österreich und über 400 über alle Länder hinweg. Zwei Drittel sind in Österreich Vion-Berater. Dass nicht alle bleiben wollten, lag laut Fellner zum Teil auch an der Marktentwicklung. „Im heimischen Finanzdienstleistungsbereich hat sich zuletzt neben dem regulierten Markt ein neuer, wesentlich weniger regulierter Bereich aufgetan – das ist gefährlich und ein No-Go sowohl für die Vion als auch für die Partner Bank", sagt Fellner. "Einerseits ist dies im Bereich Kryptowährungen der Fall, andererseits auch bei qualifizierten Nachrangdarlehen. Wenn ich bei Nachrangdarlehen Angebote mit zehn Prozent Innenprovision und einer Verzinsung von sechs Prozent für den Kunden sehe, dann läuten bei mir Alarmglocken“, beschreibt der Bank-Vorstand seine Sicht. (gp)


Das vollständige Interview mit Andreas Fellner finden Sie in der aktuellen Heftausgabe 03/2019 von FONDS professionell ab Seite 190. Angemeldete KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch im E-Magazin lesen.