Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hat Gespräche mit der italienischen Unicredit über einen möglichen Deal bestätigt, nachdem die Mailänder Bank ein Angebot für den deutschen Konkurrenten vorgelegt hat. Zwischen beiden Seiten bestehen indessen weiterhin deutliche Differenzen.

"Vorerst ist klar, dass unsere Meinungen stark auseinandergehen, beginnend mit der Bewertung der beiden Unternehmen und dem Umtauschverhältnis", sagte Orlopp am Dienstag (14.4.) im Interview mit "Bloomberg TV". "Es gibt auch einige Meinungsverschiedenheiten über das potenzielle zukünftige Geschäftsmodell."

Kritik am "feindlichen Charakter" des Angebots
Unicredit hatte im vergangenen Monat eine Übernahmeofferte im Volumen von 35 Milliarden Euro gemacht. Orlopp hält seitdem an ihrer Strategie fest, die Commerzbank eigenständig weiterzuentwickeln. Rückendeckung erhält sie dabei von der Bundesregierung, die ihre Ablehnung einer Übernahme durch Unicredit bekräftigt hat.

Die Commerzbank hatte zudem bereits zuvor erklärt, dass der feindliche Charakter des Angebots es schwierig mache, das für eine erfolgreiche Transaktion notwendige gegenseitige Vertrauen aufzubauen.

Unicredit will Anteil ausbauen
Unicredit-Chef Andrea Orcel betont hingegen, sein Angebot ziele in erster Linie darauf ab, den Anteil seiner Bank an der Commerzbank über die derzeitigen 30 Prozent hinaus zu erhöhen, ohne die vollständige Kontrolle zu übernehmen. Anschließend könnte Unicredit weitere Aktien am freien Markt erwerben, ohne automatisch zu einem Pflichtangebot verpflichtet zu sein, das sonst beim Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle erforderlich wäre.

Unter Orlopp, die den Vorstandsvorsitz erst wenige Wochen nach Orcels erstmals öffentlich gemachtem Interesse an der Commerzbank Ende 2024 übernommen hat, hat das Institut Fortschritte beim Kostenabbau erzielt und die Renditen für Aktionäre gesteigert. Der Aktienkurs der Bank hat sich seit ihrem Amtsantritt in etwa verdoppelt. (mb/Bloomberg)