Der Prozess um den mutmaßlichen, milliardenschweren Betrug mit der vermeintlichen Kryptowährung Onecoin wird wieder aufgenommen. Wie das Magazin "Wirtschaftswoche" berichtet, startete die Neuauflage am Landgericht Münster am Dienstag. 

Dieses Jahr war der Prozess nach zahlreichen Verzögerungen aufgrund gesundheitlicher Probleme zweier Schöffen unterbrochen worden. Es trat damals auch Kritik von Beobachtern auf, wonach es den Laienrichtern mitunter schwer fiel, der komplexen Finanzthematik zu folgen (FONDS professionell ONLINE berichtete). Nun muss die Beweisaufnahme erneut durchgeführt werden, berichtet die Wirtschaftswoche.

Schadenersatz-Klagen möglich
Angeklagt sind mutmaßliche Helfer, die deutsche Anlegergelder angenommen und verschoben haben sollen. Laut dem Bericht haben die deutsche Aufsicht Bafin und die Staatsanwaltschaft 33 Millionen Euro sichergestellt. Geschädigte Anleger könnten also einen minimalen Teil ihrer Investments zurückerhalten. Möglich sei auch, dass einige Anleger ihre Vermittler auf Schadenersatz klagen. Dazu müsse Onecoin als Schneeballsystem anerkannt werden. 

Der im Jahr 2014 von der Deutsch-Bulgarin Ruja Ignatova geschaffene Onecoin dürfte nach Erkenntnissen der Ermittler nicht wie behauptet auf einer Blockchain basiert haben. Weltweit verloren Anleger Milliarden an Euro. Ignatova gilt als verschollen. Internationale Behörden fahnden nach ihr. (eml)