Die Banken in Österreich verzeichneten im abgelaufenen Jahr einen kleinen Gewinnrückgang um 0,2 Milliarden Euro oder minus 2,9 Prozent. Der Gesamtwert von rund 6,7 Milliarden Euro bedeutet aber immer noch ein hohes Niveau, wie die Österreichische Nationalbank OeNB in einer Aussendung betont.

Die Kreditinstitute seien "widerstandskräftig und dank ihrer stabilen Ertragslage gut für die durch das Coronavirus bedingten stürmischen Zeiten gerüstet", heißt es. Angesichts der Herausforderungen und der damit verbundenen wirtschaftlichen Konsequenzen sollten die Banken bei Ausschüttungen von Dividenden, Gewinnen und Boni "besonnen agieren", bekräftigt die OeNB eine aktuelle Forderung. Die Entscheidung über mögliche Auszahlungen solle in den Herbst verschoben werden, Ausschüttungen sollten die Risikotragfähigkeit nicht gefährden. "Vorsicht ist in Zeiten schwer kalkulierbarer Entwicklungen grundsätzlich ein gutes Leitmotiv", so OeNB-Vize-Gouverneur Gottfried Haber.

Betriebsergebnis aufgrund von Abschreibungen rückläufig
Das aggregierte Betriebsergebnis ist um 1,2 Prozent zurückgegangen. Zwar waren die Betriebserträge laut den Angaben im Jahr 2019 um 4,1 Prozent gestiegen: Positiv wirkte sich das um 2,5 Prozent gestiegene Nettozinsergebnis, der Handelserfolg und die Bewertungsergebnisse (plus 63,7 Prozent) sowie das Provisionsergebnis (plus 1,8 Prozent) aus.

Dem gegenüber stand allerdings ein Anstieg der Abschreibungen und Wertminderungen bei immateriellen Vermögenswerten (Firmenwert, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und Beteiligungen) um 62,2 Prozent – die Hälfte entfällt dabei allein auf Beteiligungen. Zudem drückten die um 1,3 Prozent gestiegenen Verwaltungsaufwendungen das Betriebsergebnis. (eml)