"Die Oberbank ist in einer guten Verfassung, um den absehbaren Herausforderungen der aktuellen Corona-Krise zu begegnen", erklärt der Generaldirektor der Oberbank, Franz Gasselsberger bei der Vorstellung des Jahresabschluss 2019. So konnte die Bank das Ergebnis vor Steuern im vergangenen Jahr neuerlich steigern. Der Überschuss vor Steuern stieg um 2,1 Prozent auf 276,2 Millionen Euro. Die Cost-Income-Ratio lag bei 50,04 Prozent. Der Anteil der notleidenden Kredite am gesamten Kreditvolumen (NPL-Quote) beträgt lediglich 1,96 Prozent (nach 2,43 Prozent im Jahr 2018).

Das Provisionsergebnis wurde um 2,4 Prozent auf 163,0 Millionen Euro gesteigert. Insgesamt stieg das verwaltete Vermögen im vergangen Jahr um 6,3 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro an. Der Anteil der Wertpapiere auf den Kundendepots ist dabei um 13,0 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro gewachsen.

Best-Case und Worst-Case
Auch in das laufende Jahr konnte die Bank gut startet, so erklärt das Institut: „Das operative Geschäft ist in den ersten Monaten sehr gut gelaufen“. Allerdings ist den Verantwortlichen auch klar, dass sich diese Entwicklung aufgrund des Corona-Virus nicht fortsetzen wird. Ein kurzer scharfer Konjunkturcrash wäre für die Bank der Best-Case. "Er wäre der günstigste Preis dafür, die Krise in den Griff zu bekommen. Es ist egal, wie stark das BIP zurückgeht, solange es die Chance auf eine Erholung gibt. Worst-Case wäre eine Krise, die sich ohne Besserung über viele Monate zieht", erklärt die Bank. Die Ankündigung der fiskalpolitischen Maßnahmen dürfte laut der Oberbank jedenfalls rechtzeitig gekommen sein:  "Deutschland hat angekündigt, alles Notwendige zu tun und das österreichische 38-Milliarden-Euro-Paket aus Haftungen, Garantien, Steuerstundungen und Notfallhilfen ist ein klares und notwendiges Signal".

Fortsetzung der Expansion, sieben Filialgründungen geplant
Trotz der aktuellen Situation hält die Bank an ihren Expansionsplänen fest. Im Jahr 2019 fokussierte die Oberbank ihre Expansion auf Deutschland. Sieben Filialen (Mannheim, Heilbronn, Böblingen, Schwäbisch-Hall, Dresden, Freiburg und Ravensburg), vor allem in Baden-Württemberg, wurden eröffnet. Insgesamt betrieb die Oberbank im Jahr 2019 177 Filialen. Im Jahr 2020 sind sechs Filialgründungen geplant, davon vier in Deutschland und je eine in der Slowakei und in Ungarn.

Notfallpläne aktiviert 
Oberbank-intern wurden bereits vor einiger Zeit die bestehenden Notfallpläne umgesetzt. Der Krisenstab wurde per 10. März aktiviert, er stimmt sich täglich ab und gibt relevante Informationen allen Mitarbeitern bekannt. Die "lebensnotwendigen" Prozesse der Bank (IT, Treasury, Zahlungsverkehr, Wertpapierabwicklung, Risikomanagement) wurden auf drei Standorte aufgeteilt (Zentrale an der Donaulände, Ausweichquartiere in Linz, Home Office). Der Zutritt zur Zentrale wurde sehr restriktiv beschränkt und Kunden wurden ersucht, nur in dringenden Fällen die Filialen zu besuchen und ihre Bankgeschäfte möglichst auf elektronischem Weg abzuwickeln.

Dabei berichtet die Bank derzeit von einer sehr hohen Kundenkontaktfrequenz. Vor allem kleinere Unternehmen (beispielsweise aus Gastronomie, Einzelhandel, Eventagenturen) haben demnach großen Informationsbedarf und sind massiv bis teilweise existentiell von der aktuellen Krise betroffen. Stundungsansuchen werden daher automatisch, unbürokratisch und kurzfristig bewilligt, um gemeinsam mit den Kunden den Finanzierungs- und Stundungsbedarf zu erheben und ein Paket inklusive aller zur Verfügung stehenden Förderungen, Haftungen und Garantien zu schnüren. (gp)