António Horta-Osório, Chef des Verwaltungsrats der Credit Suisse, hat gegen Quarantäne-Regeln verstoßen und damit für Entsetzen innerhalb und außerhalb der Schweizer Großbank gesorgt. Der Portugiese mit britischem Pass war Ende November von London nach Zürich geflogen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Die aufgrund der sich ausbreitenden Omikron-Variante verhängte zehntägige Quarantänepflicht für Einreisende wollte er jedoch nicht einhalten. Nach wenigen Tagen in seinem Haus im Kanton Schwyz versuchte der 57-Jährige, eine Ausnahmebewilligung zu erwirken, die Behörden lehnten das ab.

Der Manager begab sich dennoch in den Firmenjet und flog zuerst nach Portugal und dann zu einer Verwaltungsratssitzung nach New York. Der Verstoß gegen das Schweizer Epidemiengesetz blieb natürlich nicht unentdeckt. Laut FAZ hat sich der Verwaltungsratspräsident deshalb inzwischen selbst angezeigt. Auch die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) und der Verwaltungsrat wurden über den Vorfall informiert. "So etwas darf nicht passieren", sagte ein Credit-Suisse-Manager gegenüber der Zeitung. Auch in einem offiziellen Statement der Bank äußert man großes Bedauern über den Vorfall.  

Vertrauen verschenkt
Über mögliche Konsequenzen, die der Verstoß nun nach sich ziehen könnte, ist zurzeit noch nichts bekannt. Der frühere Chef der Lloyds Banking Group Horta-Osório ist seit April in seiner Position. Seine wichtigste Botschaft bestand bislang darin, in der Skandal-erschütterten Credit Suisse einen Kulturwandel hin zu mehr Vertrauen anzustoßen. (fp)