Norwegens Staatsfonds erzielt beste Rendite seit zwei Jahren
Getragen von starken Kursgewinnen bei Technologie- und Finanzwerten verzeichnete der norwegische Staatsfonds im Vorjahr eine Rendite von mehr als 15 Prozent.
Norges Bank Investment Management (NBIM) verzeichnete im vergangenen Jahr einen Wertzuwachs seiner Anlagen von 15,1 Prozent. Treiber war ein Plus von 19,3 Prozent bei Aktien, wie der 2,2 Billionen US-Dollar schwere Fonds am Donnerstag (29.1.) mitteilte. Während auch andere Anlageklassen zulegten, blieb NBIM um 28 Basispunkte hinter seiner Benchmark zurück – das dritte Jahr in Folge mit einer Underperformance.
"Aktien aus den Bereichen Technologie, Finanzen und Grundstoffe stachen hervor und leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Gesamtrendite", erklärte Vorstandschef Nicolai Tangen in der Mitteilung.

Tech- und Finanzwerte mit hohem Gewicht
Rund ein Fünftel der NBIM-Investitionen entfällt auf Technologiewerte, weitere zwölf Prozent auf Finanzaktien. In der zweiten Jahreshälfte reduzierte der Fonds seine Beteiligungen an den größten US-Technologiekonzernen. Zu den größten Positionen zählen nun Nvidia, Apple, Microsoft, Alphabet und Amazon.com.
Der Fonds hält rund 1,5 Prozent aller weltweit börsennotierten Aktien über etwa 7.200 Unternehmen und ist damit der größte staatliche Vermögensinvestor der Welt.
Auch Anleihen und Infrastruktur im Plus
Festverzinsliche Wertpapiere erzielten eine Rendite von 5,4 Prozent, nicht börsennotierte Immobilienanlagen kamen auf 4,4 Prozent. Investitionen in nicht börsennotierte Infrastruktur für erneuerbare Energien erzielten 18,1 Prozent, so NBIM. Die größten Anleihebestände entfielen auf US-Staatsanleihen, japanische Staatsanleihen und deutsche Bundesanleihen.
NBIM wurde Anfang der 1990er Jahre gegründet und investiert entlang einer Benchmark, die vom norwegischen Finanzministerium festgelegt wird. Der Spielraum für aktive Maßnahmen ist begrenzt. Das Portfolio umfasst Aktien, Anleihen, Immobilien und Infrastruktur für erneuerbare Energien – allesamt außerhalb Norwegens.

Hohe USA-Gewichtung und geopolitische Risiken
Mehr als die Hälfte des Fondsvermögens ist inzwischen in den USA investiert, überwiegend in Aktien und Anleihen. Die zuletzt angespannten Beziehungen zwischen Europa und den USA, einschließlich der Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland übernehmen zu wollen, haben einige Experten dazu veranlasst, die starke geografische Konzentration von NBIM infrage zu stellen.
Ein von der Regierung eingesetztes Expertengremium forderte den Fonds in dieser Woche ausdrücklich auf, sich auf zunehmende geopolitische Turbulenzen vorzubereiten. Dabei verwies es auf die Absicht der US-Regierung, Importzölle mit der Annexion Grönlands zu verknüpfen, riet jedoch gleichzeitig davon ab, das Anlageuniversum des Fonds einzuschränken.
Auch Norwegen selbst war Ziel von Trump, der seine Enttäuschung darüber geäußert hat, nicht mit dem Friedensnobelpreis 2025 ausgezeichnet worden zu sein. Über die Vergabe entscheidet jedoch ein unabhängiges Komitee.
Stresstests warnen vor massiven Verlusten
Der Wert des Fonds stieg 2025 um 1,5 Billionen Kronen (rund 151 Mrd. Euro) auf 21,3 Billionen Kronen zum Jahresende. NBIM führt jährliche Stresstests durch, um mögliche Auswirkungen verschiedener negativer Szenarien abzuschätzen.
Für den Fall, dass die Weltwirtschaft infolge einer verschärften geopolitischen Lage in mehrere voneinander getrennte Wirtschaftsblöcke zerfällt, prognostiziert der Fonds einen Gesamtverlust von 37 Prozent für das Portfolio. Dies würde die Auswirkungen eines KI-Korrekturszenarios mit einem erwarteten Rückgang von 35 Prozent sowie einer regionalen Schuldenkrise mit minus 32 Prozent übertreffen.
Elemente all dieser Szenarien seien im vergangenen Jahr bereits sichtbar gewesen, hätten sich jedoch nicht zu ausgewachsenen Krisen entwickelt, teilte der Fonds mit. "Das bedeutet nicht, dass diese Risiken verschwunden sind, sondern dass sie sich bislang nicht weiter zugespitzt haben", hieß es. (mb/Bloomberg)















