Nicolai Tangen, Gründer des 20 Milliarden US-Dollar schweren Hedgefonds AKO Capital, wird am 1. September seinen neuen Posten als Chef der Norges Bank Investment Management, die Norwegens Staatsfonds verwaltet, antreten. Bereits im März löste die Ankündigung über die Nachfolge von Yngve Slyngstad an mehreren Fronten Kontroversen aus – unter anderem wegen möglicher Interessenskonflikte.

Verstoß gegen "Richtlinien, Vorschriften und Gesetze"
Die Debatte verschärfte sich, als norwegische Boulevardzeitungen enthüllten, dass Tangen Slyngstad und zwei weitere Manager im November 2019 in einem Privatjet zu einer von ihm organisierten exklusiven Konferenz an der Universität von Pennsylvania hatte befördern lassen. Tangen zahlte dafür persönlich 1,4 Millionen Dollar, berichtete "Institutional Investor". Nicht zuletzt deshalb war seine Ernennung unlängst Gegenstand einer parlamentarischen Anhörung. Im Rahmen dessen meinte Julie Brodtkorb, Aufsichtsratsvorsitzende der Nationalbank, dass es während des Einstellungsverfahrens einen Verstoß gegen "Richtlinien, Vorschriften und Gesetze" gegeben habe.  

"Ich habe nur ein Ziel: Wohlstand für zukünftige Generationen zu schaffen"
Nun tritt der umstrittene Hedgefonds-Manager die Flucht nach vorne an. Nach einer Krisensitzung der norwegischen Zentralbank in Oslo versicherte Tangen, er werde alle Anteile an AKO Capital verkaufen und den geschätzten Erlös von fünf Milliarden norwegischen Kronen (rund 470,8 Mio. Euro) an die gemeinnützige AKO-Stiftung überweisen. "Ich habe diese Maßnahmen ergriffen, um jeden Zweifel darüber auszuräumen, welchen Hut ich jetzt aufhabe", so Tangen in einer Erklärung der Norges Bank. "Ich möchte CEO des Ölfonds werden und habe nur ein Ziel: Wohlstand für zukünftige Generationen zu schaffen." Er werde auch die Art und Weise ändern, wie seine persönlichen Investitionen verwaltet werden, so dass alle Vermögenswerte als Bankeinlagen gehalten werden.

Dieser drastische Schritt scheint Wirkung zu zeigen. "Wir sind der Meinung, dass die Vereinbarung, die jetzt vom Exekutivrat gebilligt wurde, den Bedenken Rechnung trägt", meint Øystein Olsen, Gouverneur der Norges Bank. (mb)