Die slowenische NLB hat im Übernahmekampf um die österreichische Addiko Bank einen weiteren Teilerfolg erzielt. Der US-Vermögensverwalter Wellington Management hat seinen Anteil von 5,7 Prozent in das Übernahmeangebot der NLB eingebracht, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Mitteilung der Bank vom Mittwoch (22.7.).

Mit der Zusage von Wellington hätten sich nun Aktionäre mit einem Anteil von mindestens 28,9 Prozent verpflichtet, das Angebot der NLB anzunehmen, schreibt die Zeitung. Bereits zuvor hatten die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), Brandes Investment Partners sowie der stellvertretende Addiko-Aufsichtsratschef Johannes Proksch ihre Unterstützung für die Offerte erklärt.

RBI weiterhin mit deutlichem Vorsprung
Trotz der zusätzlichen Unterstützung liegt die NLB im Bieterwettstreit weiterhin hinter der Raiffeisen Bank International (RBI). Nach Angaben der RBI vom Dienstag (21.7.) wurden dem Institut bereits 55,5 Prozent der Addiko-Aktien angedient.

Damit das Angebot der NLB noch erfolgreich sein kann, müssten Aktionäre ihre Annahme des RBI-Angebots widerrufen. Dies sei nach Angaben der NLB noch bis Donnerstag (23.7.) um 17 Uhr möglich, heißt es in dem Bericht. Nach einer Verlängerung endet die Annahmefrist für beide Offerten am 29. Juli.

Unterschiedliche Angebote
Die NLB bietet 37 Euro je Aktie und bewertet die Addiko Bank damit mit rund 721 Millionen Euro. Um ihre Erfolgschancen zu erhöhen, hatte sie die Mindestannahmeschwelle zuletzt auf 50 Prozent plus eine Aktie gesenkt.

Die RBI bietet dagegen 26,50 Euro je Aktie sowie mögliche zusätzliche Zahlungen aus den geplanten Verkäufen von Addiko-Tochtergesellschaften. Ihre Annahmeschwelle senkte sie auf 55 Prozent. Das Management der Addiko Bank hatte sich zunächst hinter das niedrigere Angebot der RBI gestellt, diese Empfehlung später jedoch wieder zurückgezogen. (mb)