Der französische Immobilieninvestor Corum hat in den vergangenen Tagen einen neuen Fonds für Privatanleger in Österreich zugänglich gemacht. Der Corum XL war davor laut FMA-Datenbank bereits länger zum Vertrieb – jedoch nicht an Kleinanleger – zugelassen.

Ein Einstieg ist ab einer Tranche im Wert von aktuell 189 Euro (inklusive Kosten und Zeichnungsgebühren) möglich. Das Fondsprinzip sieht eine monatliche Dividendenzahlung vor. Ziel des Fondsmanagements ist es, den Investoren eine jährliche Rendite von mindestens fünf Prozent auszuschütten.

Offen-geschlossene Struktur
Es handelt sich um einen geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIF) nach EU-Recht, wenngleich diese Info nur sehr schwer zu finden ist (weder auf der Homepage, noch in Prospekt, Statuten, Basisinformation oder KID), man muss dazu in das umfassende Kapitalmarktprospekt gehen. Anteile können zurückgegeben werden, wenn sich auf der anderen Seite ein Käufer findet. Der Rechtsform nach ist das Unternehmen eine SCPI (sociétés civiles de placement immobilier), eine spezielle Immobiliengesellschaft nach französischem Recht. Laut französischem Recht handelt es sich um eine offene Gesellschaft, was sich darauf bezieht, dass der Fonds ein variables Stammkapital hat, das erhöht oder verringert werden kann.

Die französische Marktaufsicht empfiehlt für SCPIs, die üblicherweise vergleichsweise hohe Gebühren haben, einen langen Anlagehorizont. Auch Corum erachtet einen Rahmen von acht bis zwölf Jahren als sinnvoll.

Inner- und außerhalb der Eurozone
Corum XL wurde laut den Unternehmensangaben im April 2017 in Frankreich aufgelegt und investiert in ein breites Spektrum von Gewerbeimmobilien-Segmenten wie Büros, Geschäftslokale und Industrie in- und außerhalb der Eurozone. Der Fonds verwaltet demnach 35 Immobilien mit einem Gesamtwert von 737 Millionen Euro, verteilt auf elf Länder in vier verschiedene Währungen: UK, Polen, Italien, Finnland, Deutschland, Irland, Portugal, Spanien, den Niederlanden, Belgien und Norwegen. Das Performance-Ziel von fünf Prozent sei in den Vorjahren stets deutlich übertroffen worden, so Christopher Kampner von Corum Austria in einer Aussendung.

Der Währungsraum ist ein Unterschied zum bereits seit einiger Zeit in Österreich verfügbaren Corum Origin, der nur in der Eurozone investiert. Hier wird eine Dividendenrendite von jährlich sechs Prozent angestrebt. Die Objekte im XL-Fonds seien voll ausgelastet, wobei die Mieter sich vertraglich im Durchschnitt zu einem Kündigungsverzicht auf die kommenden 8,5 Jahre verpflichtet haben. (eml)