Die EU-Kommission ermittelt gegen ein mutmaßliches Kartell aus vier Großbanken. Die Institute sollen laut Medienberichten durch illegale Absprachen die Preise für bestimmte Anleihen in die Höhe getrieben haben. Auch die Deutsche Bank ist – wie bei so vielen Finanzskandalen der Vergangenheit – wohl auch hier beteiligt, rechnet aber nach eigenen Angaben nicht mit einer Strafe und erklärt, mit der EU-Kommission zusammenzuarbeiten. Bei den übrigen Verdächtigen handelt es sich nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" um Credit Suisse, Crédit Agricole und die Bank of America.

Werden die Banken für schuldig befunden, gegen EU-Kartell- und Kapitalmarktvorschriften verstoßen zu haben, droht ihnen eine Strafe in Höhe von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Umsatzes. Wer als Erster auspackt, kann die Strafe erlassen bekommen. Diese Kronzeugenregelung nutzt offenbar die Deutsche Bank.

Deren Anteilseigner sind von den neuerlichen Vorwürfen indes nicht begeistert: Am Donnerstag fiel der Aktienkurs des Instituts zwischenzeitlich auf ein neues 45-Jahre-Rekordtief von 7,07 Euro.

Preisabsprachen in Chatrooms
Die Absprachen zwischen den Großbanken fanden offenbar im Handel mit supranationalen, staatlichen und halbstaatlichen Anleihen statt. Die beteiligten Händler sollen sich hauptsächlich in Online-Chatrooms abgesprochen haben. Ähnlich waren vor einigen Jahren die Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor abgelaufen. Auch damals war die Deutsche Bank beteiligt und musste in mehreren Ländern Strafen von zusammen- und umgerechnet rund drei Milliarden US-Dollar berappen. (fp)