Im Zuge des Brexit verschieben immer mehr Finanzdienstleister Vermögen von Großbritannien in die EU. Laut Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" soll es sich um Vermögenswerte im Wert von mehr als 800 Milliarden Pfund (890 Milliarden Euro) handeln. "Je näher wir an den 29. März ohne Abkommen heranrücken, desto mehr Mittel werden umgeschichtet", zitiert die Zeitung Omar Ali, Chef der Finanzdienstleistungssparte der Beratungsgesellschaft EY in Großbritannien.

Größter Profiteur der Umschichtung dürfte Frankfurt sein. Die Lobbygruppe Frankfurt Main Finance rechnet für die Metropole am Main mit einem zusätzlichen Bilanzvolumen von 750 bis 800 Milliarden Euro. US-amerikanische Banken wie JP Morgan und Goldman Sachs wollen einen dreistelligen Milliardenbetrag nach Frankfurt verlagern. Die Deutsche Bank plant eine Umschichtung von mindestens 300 Milliarden Euro.

Ungeordneter Austritt hätte böse Folgen
Am 15. Januar will das britische Parlament über das mit der EU-Kommission mühsam ausgehandelte Brexit-Abkommen abstimmen. Der Ausgang der Abstimmung ist völlig offen. Scheitern die Verhandlungen, droht ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der EU. In diesem Fall könnte es zu Unterbrechungen bei Finanzströmen, im Luftverkehr oder im Handel kommen. (fp)