"Das Niedrigzinsumfeld und die zurückgehenden Erträge aus unserem Staatsanleihenportfolio beschäftigen uns", erklärt Andreas Treichl, CEO der Erste Group Bank bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen. Zwar stieg der Provisionsüberschuss wieder: So gab es einen deutlichen Anstieg bei den Erträgen aus dem Wertpapiergeschäft und der Vermögensverwaltung. Die Erträge aus dem Kreditgeschäft entwickelten sich jedoch rückläufig.

Zusätzlich gab das Institut bekannt, dass man Rückstellungen von 45 Millionen Euro für erwartete Verluste aus Konsumentenkrediten infolge höchst-gerichtlicher Judikatur betreffend negative Referenzzinssätze in Österreich bilden muss. Treichl erklärte daher, dass man aktuell intensiv daran arbeite die Kosten zu senken.  

"Der Verbesserung unserer Datenqualität und der Vereinheitlichung unserer Datencenter kommt nach wie vor die höchste Priorität zu. Sie sind aber auch der Hauptgrund für die Kostensteigerung. Beim Ausblick bestätigen wir unsere Prognose und das Ziel, eine Eigenkapitalverzinsung von mehr als zehn Prozent zu erreichen", so Treichl. 

Kundeneinlagen deutlich gestiegen
Positiv hob der Bank-CEO hervor, dass das gesunde Kreditportfolio der Gruppe um 6,7 Prozent gewachsen ist und die Kundeneinlagen um 11,6 Prozent angestiegen sind. Laut Treichl kann kaum eine andere Bank in Europa derartige Wachstumsraten vorweisen.

"Diese Entwicklung erklärt sich mit unserem Geschäftsmodell, das funktioniert und auch damit, dass CEE jene Region in Europa ist, die das stärkste Wirtschaftswachstum aufweist. Unsere Kapitalisierung ist mit einer harten Kernkapitalquote (CET 1) von 12,8 Prozent sehr solide. Darüber hinaus verbessert sich die Kreditqualität kontinuierlich und unsere Risikovorsorgen bleiben auf einem niedrigen Niveau. Der Anteil notleidender Kredite ist das 14. Quartal in Folge auf nunmehr 4,7 Prozent gesunken. Dass wir nun von allen drei großen Ratingagenturen mit einem 'A' bewertet werden, sehen wir als Bestätigung unseres Weges. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir jetzt nachlassen dürfen. Unser Zinsüberschuss ist trotz unseres wachsenden Kreditgeschäfts und des starken Zuflusses an Einlagen nach wie vor rückläufig", beschreibt Treichl die aktuelle Situation des Instituts. (gp)