Nächster Deal: Franklin Templeton kauft bei Alternatives weiter zu
Mit Stoneshield holt sich Franklin Templeton einen europäischen Immobilien- und Infrastrukturspezialisten mit neun Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen. Für die Tochter Clarion Partners bedeutet der Zukauf einen Wachstumssprung.
Franklin Templeton übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an Stoneshield Capital. Die europäische Investmentgesellschaft ist auf Immobilien und Infrastruktur spezialisiert. Mit der Transaktion treibt der US-Vermögensverwalter seinen Ausbau im Bereich alternativer Anlagen weiter voran.
Franklin Templeton erwirbt die Mehrheit an Stoneshield, während die Gründer des Unternehmens die übrigen Anteile behalten und die Gesellschaft weiterhin führen werden. Das geht aus einer Mitteilung vom Dienstag (8.9.) hervor, mit der ein früherer Bericht von "Bloomberg News" bestätigt wurde.
Clarions Europageschäft verdreifacht sich
Stoneshield ist in Luxemburg registriert und wird von Standorten unter anderem in Madrid und Dublin aus geführt. Das Unternehmen verwaltet rund neun Milliarden US-Dollar und soll in die Immobiliensparte Clarion Partners von Franklin Templeton integriert werden. Dadurch wird sich das von Clarion in Europa verwaltete Vermögen etwa verdreifachen.
Finanzielle Einzelheiten wurden nicht genannt. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal erwartet. Goldman Sachs war als Finanzberater für Stoneshield tätig.
Stoneshield sei "der führende opportunistische Immobilieninvestor in Europa", sagte Clarion-Chef David Gilbert in einem Interview. Clarion habe sich bislang vor allem auf traditionellere Core- und Core-Plus-Immobilienanlagen konzentriert. Stoneshield ziele dagegen auf höher rentierliche Investments mit Renditen im mittleren bis oberen Zehnprozentbereich ab. Diese seien mit digitaler Infrastruktur, Energie und opportunistischen Themenstrategien verbunden.
Die Übernahme beschleunige Clarions Bestreben erheblich, in diesem Segment eine führende Position einzunehmen und die bestehende, bislang kleine, aber wachsende europäische Immobilienplattform zu ergänzen, erklärte Gilbert.
Ausbau der alternativen Anlagen
Franklin Templeton hat in den vergangenen Jahren mehrere Übernahmen getätigt. Vorstandschefin Jenny Johnson investierte Milliardenbeträge, um das 79 Jahre alte Unternehmen über das traditionelle Aktien- und Anleihefondsgeschäft hinaus stärker auf ertragreichere private und alternative Anlagen auszurichten.
Der US-Vermögensverwalter kaufte unter anderem Lexington Partners, einen Spezialisten für Private-Equity-Zweitmarkttransaktionen, sowie die Kreditmanager Alcentra und Apera Asset Management. Darüber hinaus ging Franklin Templeton Partnerschaften mit Copenhagen Infrastructure Partners, Digital Bridge und Actis ein, um Infrastrukturinvestments für Privatanleger zu entwickeln.
Ende Juni verwaltete Franklin Templeton rund 294 Milliarden Dollar in alternativen Anlagen. Dies entsprach etwa 16 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens von 1,8 Billionen Dollar. (mb/Bloomberg)




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