Die Zahl der Bankmitarbeiter in Europa, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienen, ist gestiegen: Im Jahr 2016 zählten 4.597 Personen zum Kreis der Spitzenverdiener. Sechs Jahre zuvor waren es nur 3.427. Das ist das Ergebnis des aktuellen Vergütungsberichts der EU-Bankenaufsichtsbehörde Eba, für den die Analysten die Einzelaufstellungen aller ihrer Aufsicht unterstehenden Geldinstitute aus dem Jahr 2016 geprüft haben.

Mehr als drei Viertel der Einkommensmillionäre arbeiten in Großbritannien, 3.529 davon im Finanzzentrum London. Zum Vergleich: In Deutschland waren es "nur" 253 – damit steht die Bundesrepublik auf Platz zwei, gefolgt von Frankreich mit 205 Einkommensmillionären. In Österreich zählten die Bankenaufseher immerhin noch 43 Bankangestellte, die mehr als eine Million Euro auf dem Gehaltszettel haben.


Spannende Daten aus dem Eba-Gehaltsreport haben wir in der obigen Chartgalerie unter anderem nach der beruflichen Funktion der "Einkommensmillionäre" aufgeschlüsselt.


Im Vergleich zum Jahr 2015 registriert die Bankenaufsicht zwar einen Rückgang der Top-Verdiener von 10,6 Prozent. Diesen erklären sich die Studienautoren jedoch vor allem mit den Wechselkursschwankungen des britischen Pfund zum Euro. Ohne diesen Effekt wäre die Zahl der Einkommensmillionäre nach Eba-Angaben nur um 2,5 Prozent gesunken. Auf längere Sicht gibt es einen klaren Trend nach oben, schreiben die Autoren – trotz aller Bemühungen von Politikern und Behörden, die Gehälter in der Finanzbranche zu deckeln.

Zumindest einen Etappensieg können die Eba-Beobachter dennoch vermelden: So zeige der in zahlreichen Ländern beschlossene Gehaltsdeckel bei den Erfolgsprämien allmählich Wirkung. Das Verhältnis von variablen zu fixen Gehaltsbestandteilen sei dadurch 2016 auf 57,1 Prozent gesunken. 2014 hatte diese Quote noch bei 65,5 Prozent gelegen.

Höchste Gehälter in Großbritannien
Die Namen der Topverdiener oder ihrer Arbeitgeber nennt die Bankenaufsicht nicht. Als konkretes Beispiel wird im Bericht ein Vorstandsmitglied einer deutschen Bank mit einem Jahresgehalt von 7,6 Millionen Euro genannt. Das Fixgehalt des namenlosen Bankers belief sich der Eba zufolge auf 4,2 Millionen Euro, die restlichen 3,4 Millionen Euro entfielen auf Boni. 

Das höchste Gehalt in Europa erhielt im Jahr 2016 ein Vermögensverwalter aus Großbritannien mit 33,2 Millionen Euro, davon waren 30,5 Millionen Euro abhängig vom Geschäftserfolg. Insgesamt verdienten 29 Bankmitarbeiter auf der Insel jeweils mehr als zehn Millionen Euro. So hoch war das Gehalt im restlichen Europa gerade einmal bei zwei Bankern: Ein Vorstandsmitglied einer spanischen Bank ging im vergangenen Jahr mit fast zwölf Millionen Euro nach Hause. Ein leitender Mitarbeiter eines italienischen Geldhauses wurde von seinem Arbeitgeber mit 11,6 Millionen Euro entlohnt. (fp/ps)