Die DWS ist mit dem Teilbörsengang aus dem Schatten der Mutter Deutsche Bank gerückt. Als eine von mehreren Sparten des größten deutschen Geldhauses blieben bislang viele Kennziffern im Dunklen. Doch als börsennotiertes Unternehmen eröffnen sich weitreichende Einblicke. Neben detaillierten Geschäftszahlen listet der Börsenprospekt auch das Gehalt der Führungsmannschaft auf.


Details zur Vergütung des DWS-Managements finden Sie in der Galerie oben.


Ein Punkt erregte in der Öffentlichkeit bereits vorab Diskussionen. So steht DWS-Chef Nicolas Moreau laut Wertpapierprospekt maximal eine Vergütung von 10,5 Millionen Euro zu. Auf dem Papier wäre dies mehr als Deutsche-Bank-Chef John Cryan, dessen Gehalt durch den Aufsichtsrat auf 9,85 Millionen Euro begrenzt ist. "Diese Deckelung gilt nach wie vor aber auch für die Führungskräfte der DWS", erläutert ein Sprecher auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE.

Auch die Beschränkungen der Institutsvergütungsverordnung würden weiterhin bei der Geschäftsführung der Fondsgesellschaft gelten. Demnach darf die Höhe der Boni maximal das Doppelte des Fixgehalts betragen. Die für Moreau im Prospekt angegebene maximale Vergütung von 10,5 Millionen Euro wäre demnach ein rein theoretischer Wert.

Drei Mal Planziel erfüllt
Tatsächlich verdienen kann Moreau maximal sieben Millionen Euro – im Aktienprospekt wird dies als "gesamte Zielvergütung" bezeichnet. Diese setzt sich aus einer fixen Komponente sowie einer variablen Vergütung zusammen. Der Maximalbetrag werde an die Führungskräfte ausgezahlt, wenn sowohl das Unternehmen als Ganzes als auch die entsprechende Abteilung sowie die Person selbst die jeweils gesteckten Ziele zu 100 Prozent erreicht hätten, heißt es aus dem Haus.

Moreau sitzt darüber hinaus aber noch im Vorstand der Deutschen Bank. Das im Prospekt angegebene Gehalt decke diese Funktion jedoch ebenfalls ab. Zudem hatte die Vorstandsrunde des Instituts 2017 auf ihre Boni verzichtet.

Mehr Freiheiten für Anreize
Mehr Freiheiten hat die Fondsgesellschaft mit der Loslösung von der Bankmutter hingegen etwa bei der Bezahlung ihres Investment-Teams erhalten. So können Fondsmanager nun auch mit Anteilen ihres Fonds vergütet werden – eine in der Branche übliche Praxis, die die Interessen von Anlegern und Portfoliolenkern auf eine Linie bringen soll. Zudem können die DWS-Mitarbeiter nunmehr mit Aktien der DWS vergütet werden statt mit Deutsche-Bank-Anteilscheinen. Deren magere Kursentwicklung in den vergangenen Jahren dürfte kaum jemanden zu Höchstleistungen angespornt haben. (ert)


Weitere, bislang unbekannte Kennzahlen über die Fondstochter der Deutschen Bank finden Sie in der soeben erschienenen Heftausgabe 1/2018 von FONDS professionell.