Die Uniqa kauft dem Pariser Versicherungskonzern Axa deren Töchter in Polen, Tschechien und der Slowakei ab. Freitagabend gab die Uniqa bekannt, dass der Kaufvertrag mit Axa und deren Tochterunternehmen Société Beaujon abgeschlossen wurde. Mit dem Kauf erwirbt die Uniqa nicht nur Versicherungsunternehmen, sondern auch Wertpapierfirmen, Pensionskassen und Servicegesellschaften.

Für den Deal legt die Uniqa rund eine Milliarde Euro auf den Tisch. Allein die Versicherungsunternehmen werden ein Prämienvolumen von gemeinsam rund 800 Millionen Euro hereinspülen. Das Geld für die Finanzierung soll über die Begebung von Anleihen hereinkommen. Eine Kapitalerhöhung braucht die Uniqa nach Eigenangaben aufgrund der "guten Kapitalausstattung" nicht. Nach der Transaktion – der die Behörden noch zustimmen müssen – soll die aufsichtsrechtliche Eigenkapitalquote (solvency capital ratio) "im oberen Drittel" eines Zielkorridors von 155 bis 190 Prozent liegen.

VIG: "Wir waren auch interessiert"
Leer ist bei dem Deal der österreichische Konkurrent Vienna Insurance Group (VIG) gegangen. "Wir waren auch interessiert", bestätigte Sprecher Wolfgang Haas frühere Spekulationen. Wie in der Vorwoche durchgedrungen war, befanden sich in der Endrunde des Bieterverfahrens nur noch die Uniqa, die VIG und die italienische Generali.

"Wir sehen uns weiter um und prüfen laufend Möglichkeiten. Das entspricht der Wachstumsstrategie, die das Unternehmen schon vor drei Jahren ausgegeben hat", so Haas gegenüber der Redaktion. Vorstandsvorsitzende Elisabeth Stadler hatte damals das Leitziel ausgegeben, dass die VIG in den vier Märkten Polen, Ungarn, Kroatien und Serbien auf einen Marktanteil von über zehn Prozent kommen möchte.

Wachstumsmöglichkeiten vor allem Polen und Ungarn gesucht
In Serbien sei man mit zwölf Prozent schon über dem Ziel, in Kroatien liege man bei neun Prozent. In Polen und Ungarn wolle man hingegen definitiv noch kräftig wachsen, so Haas. (eml)