Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) hat am Dienstag (17. August) beim Handelsgericht Wien den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Autobank AG gestellt. In der Vorwoche musste die Bank ihre Zahlungsunfähigkeit bekannt geben, nachdem sie eine Forderung der Einlagensicherung in Höhe von knapp 73 Millionen Euro nicht begleichen konnte.

Dass die FMA Insolvenzantrag stellt, war nach den vorangegangenen Schritten bereits erwartet worden. Ende Juli hat die Behörde der Bank die Fortführung des Geschäfts untersagt und Dorotea Rebmann als Regierungskommissärin bestellt. Das Institut, das seit Jänner 2021 versuchte, sein Geschäft abzubauen, hatte erforderliche Eigenkapitalquoten unterschritten. Zwar konnte die Bank in den Monaten der Abwicklung in Eigenregie die Einlagen reduzieren, beim Forderungenverkauf kam sie allerdings nicht voran.

Schließung löste Einlagensicherung aus
Die Schließung durch die FMA Ende Juli wiederum löste die Einlagensicherung aus. Diese muss versuchen, sich das Geld von dem Institut zurückzuholen. Nachdem ein großer Teil der Einleger ausbezahlt worden war, sah sich die Einlagensicherung Austria (ESA) veranlasst, der Autobank die angefallenen Forderungen sofort fällig zu stellen, nicht nur weil sie mit Sorge den schleppenden Assetverkauf der Bank beobachtete, sondern auch, weil sie Anfechtungsrisiken im Insolvenzfall fürchtete, wie von der ESA gegenüber der FONDS professionell ONLINE hieß.

Bei den ESA-Mitgliedsbanken, die gesetzlich bei einem Ausfall für die Entschädigung der Einleger geradestehen müssen, besteht nach der mittlerweile dritten Pleite innert kürzester Zeit (Commerzialbank, Anglo Austrian/E-Meinl-Bank) keine Bereitschaft mehr, eine Verschlechterung ihrer Rechtsposition zu riskieren. Die Fälligstellung der Forderung sei alternativlos, sagte ESA-Geschäftsführer Stefan Tacke unlängst der Redaktion.  

Forderung der Einlagensicherung kann sich noch erhöhen
Die Forderung der Einlagensicherung kann sich noch auf etwa 107 Millionen Euro erhöhen, da Einlagen in diesem Umfang sicherungswürdig sind. "Die vorhandene Liquiditätslücke übersteigt das von der Rechtsprechung tolerierte Maß, weshalb die FMA per Gesetz den Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens über das Vermögen der Autobank beim zuständigen Gericht zu stellen hatte", begründet die FMA in einer Aussendung ihren aktuellen Schritt. (eml)