Die Digitalbank N26, die kürzlich erst mit mehr als neun Milliarden US-Dollar (rund acht Mrd. Euro) bewertet wurde, zieht sich aus den USA zurück. Statt mehr Geld in den hart umkämpfen US-Markt zu pumpen, will sich die Smartphone-Bank auf Europa fokussieren, wo sie in vielen Ländern bereits zu den Marktführern gehört.

Die Angebote des Unternehmens werden Kunden in den Vereinigten Staaten nach dem 11. Januar nicht mehr zur Verfügung stehen, teilte N26 am Donnerstag (18.11.) mit. Bis zu diesem Datum werden die etwa 500.000 Konten automatisch geschlossen. Kunden sollen Anweisungen dazu erhalten, wie sie ihr Geld abheben können. "Wir schärfen vorerst unseren strategischen Fokus auf unser Kerngeschäft in Europa", erklärte Chief Growth Officer Alexander Weber gegenüber der Nachrichtenagentur "Bloomberg". N26 will mehr Finanzdienstleistungen in der Region anbieten, etwa im Bereich der Geldanlage. Außerdem zielt die Bank auf eine Expansion in weitere osteuropäische Märkte ab.

Nach der Aufgabe des britischen Geschäfts im vergangenen Jahr und Gegenwind von der deutschen Bankenaufsicht Bafin ist der Rückzug aus den USA ein weiterer herber Rückschlag für das Fintech. (mb)