Die Kalifornier müssen etwas richtig machen: Der US-Rentenfondsspezialist Pimco aus Newport Beach hat bei der jüngsten quartalsweisen Auswertung von Morningstar, welcher Asset Manager über die meisten Portfolios mit einem Top-Rating verfügt, die Konkurrenz erneut hinter sich gelassen. Die Gesellschaft konnte sich mit einer Ausnahme in jeder Kategorie an die Spitze setzen. Bei den kleineren Häusern gab es einige, deren Rating sich verbesserte. Zudem gibt es hier aus deutscher Sicht gute Nachrichten.


FONDS professionell ONLINE präsentiert die Detailergebnisse für vier Einzeldisziplinen. Unsere Grafikgalerie oben zeigt, wie sich die großen Asset Manager und die Investmentboutiquen mit ihrem europäischen Fondssortiment in der Morningstar-Analyse für das vierte Quartal 2018 geschlagen haben – einfach weiterklicken!


Pimco führt nicht nur das Gesamtranking der großen Häuser an, sondern hat auch bei Renten- und Aktienprodukten die Nase klar vorn. Die Ratings sind dabei auf dem erstklassigen Niveau von Ende September geblieben. Auch der Indexfonds-Spezialist Vanguard und Morgan Stanley gehören unverändert zu den Anbietern der meisten Top-Fonds.



Amundi hat aufgeräumt
Der französische Fondsriese ist zwar nicht unter den Top-Häusern zu finden. Amundi gehört aber zu den wenigen großen Anbietern, die sich im Quartalsvergleich deutlich verbesserten. Er kann nun ein volumengewichtetes Durchschnittsrating von 3,22 Sternen vorweisen nach 3,11 bei der letzten Auswertung sowie immerhin einen Anteil von 41 Prozent am Fondssortiment, der mit vier oder fünf Morningstar-Sternen ausgezeichnet ist, was einem starken Anstieg von sechs Prozentpunkten im Vorquartalsvergleich entspricht.

Mutmaßlicher Grund: Amundi hatte im vergangenen November angekündigt, sein Sortiment zu bereinigen und Produkte mit schwacher Performance entweder mit besseren Portfolios zu verschmelzen oder Nachzügler ganz zu liquidieren. Einen großen Sprung machte auch Invesco: 47 Prozent der Fonds haben nun ein Top-Rating, ein Plus von 14 Prozentpunkten.

Immer noch Nacht über Paris
Auf der anderen Seite haben einige große Häuser Boden verloren. Hierzu zählt einmal mehr Carmignac Gestion. So beträgt das volumengewichtete Gesamtrating nur noch 2,76 Sterne (3,17 in Q3), was auf ein Durchschnittsrating von nur noch 4,01 Sternen (minus 0,91) bei Renten- und 2,76 (minus 0,42) bei Aktienportfolios zurückzuführen ist. Sucht man nach Gründen, so fällt auf, dass der rund 3,4 Milliarden große Carmignac Investissement im vierten Quartal seinen zweiten Stern verlor.

Unter den kleineren Gesellschaften finden sich viele, die sich signifikant verbessern konnten. Eine Auswertung der Änderungen der volumengewichteten Durchschnittsratings durch FONDS professionell zeigt, dass von 17 Anbietern, die eine Verbesserung ihres Ratings von mindestens 0,1 Sternen schafften, zwölf Boutiquen sind.

Flossbach von Storch mischt weiter oben mit
Ein Beispiel ist First State, dessen volumengewichtetes Durchschnittsrating um 0,57 Sternen-Punkte stieg. Zudem sind 90 Prozent der First-State-Produkte mit vier oder fünf Sternen von Morningstar dekoriert – im Vorquartal waren es nur 75 Prozent. Einen ähnlichen Sprung schaffte die britische Boutique Rathbone: 92 Prozent ihrer Fonds haben Top-Ratings, nach 75 Prozent zum Stichtag Ende September 2018.

Flossbach von Storch hat sich zwar in dem Rating nicht verbessert, allerdings kann der Kölner Vermögensverwalter weiterhin vorweisen, dass 96 Prozent seiner Portfolios erstklassig eingeschätzt werden – wie im Vorquartal. (jb/ps)


Zur Ratingmethode und Anbieter-Auswahl
Morningstar analysiert Fonds nach ihrer risikoadjustierten Rendite. Die besten zehn Prozent einer Kategorie erhalten fünf, die nachfolgenden 22,5 Prozent vier Sterne. Ein Fonds mit vier oder fünf Sternen hat also gut zwei Drittel seiner Wettbewerber geschlagen. Bei der Auswertung sind die Analysten folgendermaßen vorgegangen: Morningstar hat den Durchschnitt der Ratings aller Fonds eines Anbieters genommen, aber gewichtetet nach dem Volumen. "Hier fließt das Vermögen der Fonds ein, um so eine Indikation über die Qualität von Fonds zu erhalten, in denen sich das meiste Anlegergeld befindet. Das Rating eines Fonds mit einem hohen investierten Vermögen wiegt hier also schwerer als das Rating eines kleinen Fonds", schreibt Morningstar.
Im Rahmen der volumengewichteten Rating-Analyse werden die Anbieter-Rankings dann auf die einzelnen großen Fondskategorien Aktien und Renten heruntergebrochen. Schließlich enthält die volumengewichtete Teilanalyse auch eine Übersicht über den Anteil von Vier- und Fünf-Sternefonds am benoteten Gesamtvermögen einer Gesellschaft. Damit erhalten Anleger Aufschluss über die Qualität der Fondspalette eines Anbieters in Gestalt einer einzigen Kennzahl. Bei der Übersicht der kleineren Anbieter haben sich die Analysten auf jene Gesellschaften beschränkt, die in jeder Einzelkategorie (Aktien, Anleihen) wenigstens ein Produkt vorzuweisen haben, das von Morningstar benotet wird, also auf sogenannte "Vollsortimenter".

Für die Auswertung der großen Fondshäuser beschränkt sich Morningstar auf die größten 25 Prozent der in Europa tätigen Asset Manager. Die Gruppe der kleineren Fondsanbieter umfasst die größten Häuser aus den Quartilen zwei bis vier des Universums der Rating-Analyse, die aus allen europäischen Fondsanbietern mit einem verwalteten Vermögen ab fünf Milliarden Euro aufwärts besteht. Berücksichtigt werden außerdem nur Portfolios, die ein Morningstar-Rating aufweisen, zum Stichtag Ende Dezember 2018 also mindestens drei Jahre zum Vertrieb zugelassen waren. Geldmarktfonds, offene Immobilienfonds und alternative Investmentstrategien, für die das Analysehaus generell keine Sterne vergibt, bleiben außen vor.